Arbeit, Sinn und die Frage nach dem guten Leben

Shownotes

Selten spricht jemand so klar und ehrlich über die Arbeitswelt wie Jule Jankowski. Die systemische Organisationsberaterin und Geschäftsführerin der Humig GmbH nennt sich selbst "Arbeitsfeuilletonistin" und bringt damit auf den Punkt, was sie antreibt: komplexe Themen verdaulich machen, statt sie in Management-Sprech zu verstecken.

Besonders fesselnd ist Jules Blick auf die sogenannte New-Work-Bewegung, die sie als inflationären Containerbegriff kritisiert. Ihr Gegenmodell heißt "Good Work" und betont, dass gute Arbeit immer auch echte Wertschöpfung für das Unternehmen bedeuten muss. Neues ist eben nicht automatisch besser.

Aus ihrer Zeit bei der Lufthansa nahm sie eine prägende Erkenntnis mit: wie sehr ein Unternehmensname das Selbstwertgefühl beeinflusst, eine Art "geliehene Macht", die trügerisch sein kann. (Das klingt vertraut, oder?)

Was macht Transformation wirklich aus, und warum bleibt sie so oft eine hohle Phrase? Diese Frage zieht sich durch das gesamte Gespräch. Außerdem spricht Jule über ihr Buch, das im Frühjahr erscheinen wird und die Frage "Wo ist mein Platz in der Arbeitswelt?" auf ungewöhnliche Weise beleuchtet.

Unbedingt reinhören, dieser Austausch öffnet den Blick für neue Möglichkeiten im Arbeitsalltag.

Viel Spaß und viel Inspiration! Folge dem Podcast und schreibe gerne eine Review, wenn er Dir gefällt. Was ist Dein Aha-Moment?

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Transkript anzeigen

00:00:09: Herzlich willkommen zum The Pass of Purpose Podcast.

00:00:11: Es geht um Leadership, große Visionen, cooles Business, Transformation, Innovation und reflektierte Führung!

00:00:18: Du hörst Thought-Lieder

00:00:19: die

00:00:19: Antworten haben auf die großen Themen von Wirtschaft und Gesellschaft mit Simona Deckers.

00:00:23: Los geht's!

00:00:29: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge im The Pass Of Purpose podcast.

00:00:33: heute ist bei mir zu Gaste Juli Jankowski Kommunikationswissenschaftlerin.

00:00:41: Sie ist Systemische Organisationsberaterin und Geschäftsführerin der Beratungsagentur HUMIC GmbH.

00:00:48: Zudem ist sie Arbeitsfeuertunistin und Host des Podcasts.

00:00:52: Good Work!

00:00:53: Herzlich willkommen, Jule!

00:00:55: Hallo liebe Simone, schön dass ich hier sein darf.

00:00:57: Danke für die Einladung.

00:00:59: Ich freue mich total auf dich, Jules.

00:01:01: Und sag mal was ist denn eine Arbeitsfeuertunist?

00:01:04: Da machst du mich sehr neugierig.

00:01:06: Ja da mache ich mich manchmal selbst mit Neugierigkeit.

00:01:09: Vielleicht räumen wir damit gleich schon mal auf.

00:01:11: Ehrlicherweise gibt es das gar nicht, also wenn du so willst eine Selbstzuschreibung oder eine Worterfindung oder wie auch immer und da gibt's ein kleine Geschichte zu dass ein Freund zu mir sagte ja was du so machst?

00:01:25: Du schreibst viel über die Arbeitswelt!

00:01:27: Du betrachtest sie wie so einen Völtonist.

00:01:29: Du bist eigentlich sowie ein Völternist in der Arbeitswelt.

00:01:32: und dann dachte ich... Ich glaub' das trifft ganz gut.

00:01:36: Ich habe das dann sozusagen zusammengezogen.

00:01:37: Aber diese Beobachtung kam nicht aus mir, sondern die wurde mir so angetragen und ich habe sie ein bisschen verkürzt.

00:01:43: Jetzt kann man sagen ist ja total anmaßend Jule.

00:01:46: Man kann aber auch sagen vielleicht trifft es das ganz gut.

00:01:49: Also ich finde... Drinkling-Ei!

00:01:52: Ja

00:01:52: also ich finde das trifft sehr gut Jule weil du hast einen ganz besonderen Stil.

00:01:57: Du hast einen sehr wunderbaren literarerisch tollen journalistischen Stil oder auch Schriftstellerischen Stil und ja, das so mit der Arbeitswelt zu verbinden finde ich kranios.

00:02:13: Also sehr unterhaltsam auch für schwere Themen zum Teil oder schwere Kosten wenn es um Fragen von um die relevanten Fragen in der Arbeits Welt heute geht.

00:02:25: Simona, wenn das Gespräch jetzt zu Ende wäre würde ich sagen wunderbar!

00:02:29: Jetzt schon super!

00:02:31: Geht runter wie Öl.

00:02:32: weil ganz ehrlich du hast im Prinzip Ein Stück weit genau das auf den Punkt getroffen, worum es mir geht.

00:02:39: Nämlich genau diese doch durchaus nicht nur immer leichten Themen besprechbar und verdauber zu machen.

00:02:46: Also unser Stoffwechsel System, dass auch irgendwie Verdaut kriegt.

00:02:50: Ja ja.

00:02:51: Das ist eine schöne, dünnes Bild die Themen verdaulich zu machen weil gerade Wirtschaft und Arbeitswelt und die Arbeitsrealität ja so ein Management Sprech hat oder So ein Vorstandssprech da reingehüllt wird und da hören auch viele Leute dann weg oder sagen, das ist nicht meine Welt.

00:03:14: Das geht total an mir vorbei.

00:03:19: Du beschäftigst dich ja seit Jahren mit der Frage wie Menschen arbeiten?

00:03:25: Wie Menschen zusammenarbeiten.

00:03:27: was?

00:03:27: Wie bist du dazu gekommen?

00:03:28: Was fasziniert dich daran bis heute so sehr an diesem Thema?

00:03:33: Naja, also ich sag mal so.

00:03:35: Es ist nur mal der größte soziale Raum den wir teilen als Menschen.

00:03:39: die arbeitsweise.

00:03:39: für viele muss man ganz ehrlicherweise auch sagen Bezogen auf unsere lebensspanne ist es ein riesen abschnitt bezogen auf unsere wenn man auf den tag schaut auf Die woche wie viel stunden das ausmacht?

00:03:50: Das ist schon einfach enorm und von daher Ist es schon glaube ich mit fug und recht auch uns zugestanden da man näher hin zu gucken was muten wir uns da gegenseitig eigentlich so zu und wie gestalten wir es bestmöglich?

00:04:04: Und wenn ich ganz ehrlich bin, fing das schon extrem früh an.

00:04:08: Ich würde mal sogar sagen vielleicht sogar schon als ich ein kleines Kind war.

00:04:13: Wie viele andere Kinder auch gerne Büro gespielt aber mit einer Hingabe und fixiert haben die vielleicht nicht unbedingt typisch war.

00:04:26: Keine Ahnung, vielleicht Grundschulalter oder sogar davor.

00:04:30: Echte Quittungsblöcke und Rechnungsblök.

00:04:32: Es war mir ganz wichtig, das mussten genau die sein, die die Menschen im Büro verwenden.

00:04:37: Also nicht so Kinderposts und so... Das fand ich cool!

00:04:40: Mein Vater war Lehrer, der musste mir auch einen roten Lehrerkalender organisieren weil dann wollte ich das wirklich originalgetreu nachspielen mit Mitarbeitergespräch und allem Rapp uns

00:04:49: ab.

00:04:50: Das ist ja sehr spannend.

00:04:52: Die meisten haben irgendwie So die Handwerkerstube oder die Kochküche für Kinder.

00:04:59: Ja, Bögen spielt

00:05:00: es!

00:05:01: Genau, ja toll.

00:05:02: Sehr

00:05:02: interessant und ich war da ganz wenn...wenn ich dann so machen, älteren dann auch manchmal so Rollenspiele und dann mussten sie mich auch sitzen und ich die sitze und dann fand ich das total wichtig dass du so viel nah an meiner Vorstellung von Arbeitswelt rankam als wenn du so bist wo auch immer diese bekloppte Versessenheit herkommen, also sie war halt wieder.

00:05:25: Ja spannend und jetzt ist diese Arbeitswelt eine sehr umfassende Welt in unserer Lebenszeit Und es ist nicht immer einfach.

00:05:38: und wenn du heute durch die Unternehmen gehst oder wenn Du moderierst oder Trainings gibst oder was auch immer du dann machst?

00:05:47: Und du gehst durch diese Unternehmen was siehst du denn wo?

00:05:50: du sagst oh mein Gott Das ist aber gar keine gute Arbeit.

00:05:54: Was ist so das Ding, was dir auffällt oder am meisten aufstößt?

00:06:00: Ja also ich will man nicht mit dem Anfang, wo sehr viel angefangen wird mit den Versagen von Führungskräfte, dass wäre sicherlich berechtigt und sicherlich auch sehr leicht und vielleicht verführt es zu tun.

00:06:14: Ich habe dann relativ sensibles Gefühl dafür wenn ich irgendwo reinkomme in ein System Wo das was besprochen wird, offenkundig nicht.

00:06:22: Das ist worum es eigentlich geht.

00:06:24: Also wenn dieser brühmte Elefant im Raum eben nicht angesprochen wird weil er nicht angesprochen werden darf oder weil man vermutet dass man ihn nicht ansprechen kann also ich glaube da bin ich relativ sensibel für diese gruppen dynamischen Prozesse.

00:06:39: wenn ich mag da liegt ein bisschen Schwere drauf Da liegt irgendwie so der Gullideckel auf dem was vielleicht mal wirklich ausgesprochen werden sollte Dann denke ich, das wird schwierig hier.

00:06:51: Also nicht für mich!

00:06:53: Ich kann da ganz gut mit leben auch mal die unbeliebteste Person im Raum zu sein.

00:06:58: aber in so einem Umfeld wo ein sehr großes Gap ist zwischen dem was offenkundig... im Raum steht und das was besprochen wird.

00:07:07: Das sind vielleicht so auf einer ganz abstrakten Ebene, ne?

00:07:10: Ja

00:07:11: ja ganz genau!

00:07:11: Das ist ein Eier.

00:07:12: Das finde ich wahrscheinlich

00:07:13: auch die Mona total.

00:07:16: Absolut und dann wird alles noch ein bisschen fake.

00:07:20: Dann

00:07:21: wird es sehr fake und es ist total schade und aus irgendeinem Grund wird dieser Elefant nicht angesprochen weil es Usus ist oder weil's nicht geht, sonst das System knallt.

00:07:32: Es gibt einen guten Grund dafür.

00:07:34: Immer

00:07:36: Es ist doch manchmal sehr wichtig.

00:07:37: Ich

00:07:39: finde es sehr stark von dir, das dann ansprechen zu wollen, weil dann... ich meine, dass ist dann ja die Büchse der Pandora?

00:07:48: Ja und da musst du dir ganz ehrlich sagen, Simona, ich war da, also ich bin ja bis zum Fünfzehn-Weichern als Angestellte unterwegs sozusagen in der Arbeitswelt, da geht's ja schon los!

00:07:59: Das gibt ja nicht die Arbeitswelt.

00:08:01: Also das entvöllige abstraktes Konstrukt Was habe ich mit der Lebens- oder Arbeitsrealität von jemandem, der im Handwerk beschäftigt ist, angestellt zu tun?

00:08:11: Relativ wenig.

00:08:12: Also jeder erlebt ja ganz individuell seine Arbeitsrealitet und wenn wir von der Arbeitswelt sprechen versuchen dann bestimmte Phänomene zu bündeln und zu subsumieren und Verbindungslinien zu ziehen.

00:08:25: das ist aus einer Beobachterrolle oder aus einer Beraterrolle ist es glaube ich stadthaft.

00:08:29: aber die Menschen selbst, die arbeiten gehen.

00:08:33: Die erleben ja ihre ganz persönliche Realität und die scheren sich in der Regel nicht unglaublich viel dafür was die Arbeitswelt im Toto so tut oder macht weil es das auch so nicht gibt.

00:08:45: Und ich habe mir das abgewöhnt da sehr orthodox zu sein.

00:08:49: er weiß sicherlich am Anfang meiner Beratungszeit wesentlich Methoden gläubiger höriger und viel mehr.

00:08:56: Das muss jetzt aber nach dem Prinzip laufen.

00:08:58: Und hier wird sich geduzt unter diese Dinge, da bin ich mittlerweile viel, viel entspannter und versuch erst mal so ein Gefühl dafür zu kriegen wo sind wir denn hier unterwegs?

00:09:09: Wo würde das überhaupt auch nichts bringen direkt damit eine Konfrontation reinzugehen?

00:09:14: Also frage ich auch ehrlicherweise immer... Es klingt ja sehr devot.

00:09:18: Das ist es aber nicht sondern ich glaube durchaus smart, um Erlaubnis.

00:09:23: Also die Frage in Coaching-Prozessen, das wirst du ja auch wahrscheinlich so machen oder auch im Workshop.

00:09:28: Seid ihr bereit für eine Spiegelung?

00:09:30: Ja muss man fragen!

00:09:31: Wer dann ja sagt Augen auf beim... also ich... Gott es will nicht mehr da kommt er nicht die Guillotine runter.

00:09:41: aber Es kann schmerzhaft sein wenn wir einmal blinde Flecken gesperrt bekommen.

00:09:47: Ich frag dann auch so ein bisschen wie im indischen Restaurant, wie scharf darf es denn sein?

00:09:52: Zwei Paprika, drei Paprika.

00:09:53: und weil ich ja weiß dass das empfindsam ist.

00:09:58: Ja absolut ganz genau!

00:10:00: Also du beobachtest Organisationen sehr genau.

00:10:04: und was beobachtet du in letzter Zeit oder vielleicht seit Beginn deiner Beratertätigkeit eines Unternehmens?

00:10:16: Was ist so, was liegt im Argen oder was beobachtest du gerne?

00:10:20: Was sagst du?

00:10:20: das ist das Ding, was ich sehe.

00:10:22: Das beobachte ich und daran damit arbeite ich oder auch nicht nach dem.

00:10:27: Da muss man vielleicht noch mal die Rollen ganz kurz auseinanderhalten also in der Rolle der Podcasterin sowie Du auch da bin ich wirklich komplett ja Beobachter Gesprächspartnerin Vielleicht auch Dialogpartnerin In der Rolle als Autoren noch mehr.

00:10:40: wenn ich aber als Beraterin in einem Unternehmen drin bin dann bist Du ja ganz schnell in gewissen Teilen auch Teil des Systems.

00:10:48: Da ist man nicht mehr nur Beratbeobachter, sondern auch da ist man ja in der Interaktion.

00:10:53: und was mir auf jeden Fall also wenn ich so ganz auf den Punkt bringen sollte würde ich sagen dass die Leichtigkeit ein Stück weit weg ist.

00:11:01: Also wenn ich jetzt mal so zurückschaue und wahrscheinlich hätte ich zu sechzehn gesagt wo ist denn hier Leichtigheit?

00:11:06: Hier ist auch ganz viel im Agen und Konflikte natürlich!

00:11:10: Nur die Grundstimmung von viele Unternehmen getragen waren, war eine eher zuversichtliche.

00:11:18: Man hat sich viel über das Wie unterhalten vielleicht auch über das Wofür.

00:11:24: im Sinne von Simon Sinek vom Golden Circle, vom Weide hat man viel darüber nachgedacht.

00:11:29: aber die Frage ob und geht es überhaupt weiter?

00:11:32: Und dieses sehr Sorgenvolle was wir jetzt zum großen Teil erleben in den Organisationen Das war in der Form nicht beobachtbar und damit hat sich

00:11:43: auch

00:11:43: viel verändert, was man sich zugesteht an Reflektion.

00:11:47: Also das, was jetzt vielleicht besonders wichtig wäre kommt jetzt besonders kurz.

00:11:53: Es finde ich ein sehr guter Punkt.

00:11:56: Leichtigkeit weil wie willst du Business machen?

00:11:58: Wie willst du auf andere Menschen zugehen?

00:12:00: Wie willst du mit anderen... Mit Partnern, mit Kunden verhandeln oder ein gutes Business nach vorne bringen wenn Leichtigkeiten nicht da sind?

00:12:09: Was mir auch gekommen ist, als ich dir zugehört hab.

00:12:12: Das war ... Siehst du auch zu viel Komplexität?

00:12:17: Also dass einfach- also Leichtigkeit und Einfachheit verloren gegangen sind?

00:12:21: oder hat die Komplexi... Ist das nicht so sehr so ein Ding?

00:12:26: Naja, ganz ehrlich würde ich jetzt mal sagen, die Komlexität, die war immer im Raum.

00:12:31: Also wirtschaftliches Handeln in dem Moment wo mehr als zwei Personen miteinander interagieren wenn große Wirtschaftsräume interagieren, wie sollte das nicht komplex sein?

00:12:43: Also das ist ja schon mal das Wesen grundsätzlich.

00:12:45: Das Maß an Komplexität und die Dynamik vor allen Dingen.

00:12:49: ich glaube dass es noch mehr.

00:12:50: also die Komplexigkeit war schon immer glaube ich extrem hoch.

00:12:54: spätestens seit wir sowas wie eine globalisierte Welt haben seitdem wir so was haben wie Netzwerke wo Menschen zu Akteuren werden von von Handlungen die sie früher nur beobachten konnten, sprich Internet und Co.

00:13:08: Also in dem Moment seitdem wir alle kleine globale Akteure geworden sind war es schon immer logischerweise komplex auch hyperkomplex.

00:13:16: was sich allerdings verändert hat glaube ich ist die Dynamik ist die Geschwindigkeit der Veränderung auf unser Handeln.

00:13:25: Also das heißt, während sich vielleicht früher eine große globale Krise mal ein bisschen Zeit gelassen hat und man dann ein bisschen zeit hatte die wieder zu verdauen wenn wir jetzt mal an sowas denken wie die große Wirtschaftskrise zu acht zu neun Bankreich-Liemenpleite usw.

00:13:42: gefühlt aber das ist auch wieder unsere westlich zentrierte zum teil auch deutsch zentrierte Brille.

00:13:49: ja wenn du nur einen Schritt zur Seite gehst dann sagst du okay Lass uns in andere Räume gehen.

00:13:54: und da war vielleicht schon immer der Wahnsinn.

00:13:58: Nur, ich sag mal, da hatte man das Gefühl – das ist vielleicht noch entscheidender – dass man ein bisschen mehr Raum hatte die Krisen zu verarbeiten.

00:14:07: Die Dynamik hat sich glaube ich verändert.

00:14:09: Der Grad an Komplexität glaube ich nicht.

00:14:12: Das ist die Dynamik, die sich vor allen Dingen verändert hat.

00:14:14: In meiner Beobachtung.

00:14:15: Ja, die Schnelligkeit und bei dessen aufeinander folgen

00:14:18: den Krisen.

00:14:19: Genau!

00:14:21: Julia, kommen wir doch mal zu deiner Arbeit bevor du deine Firma gegründet hast.

00:14:27: Da warst du bei der Lufthansa angestellt und hast da auch Kundenforschungsprojekte gemacht, Sozialforschung gemacht?

00:14:36: Was hast du da gelernt über Unternehmen, über Menschen in der Arbeitswelt was du sonst nirgendwo anders hättest lernen können?

00:14:46: Das

00:14:47: ist eine sehr schöne Frage!

00:14:48: Simona, also ich glaube jede Organisation hat hier so irgendein ganz eigener Duft.

00:14:54: Ihr ganz eigenes Parfum und auch die deutsche Lufthansa hatte ... oder hat sie immer noch ihr ganz eigen des Parfums?

00:15:00: Und das Versprechen was das Unternehmen aussendet an Mitarbeitende ist du bist verbunden mit der großen weiten Welt.

00:15:07: Also Diese Weltläufigkeit, dieses kosmopolitische ... Das hat mich verdammt angezogen.

00:15:14: Fand ich ganz toll!

00:15:15: Ich hatte das Gefühl, wenn ich da einchecke um mal dieses Bild zu nehmen, dann bin ich quasi ja ... Dann bin ich ein Weltenbürger und dann kann ich überall ... Und dann bin auch mit Kollegen im Ausland verbunden... Da spiele ich auf einer ganz anderen Flughör irgendwie Themen mit und bin hier nicht in so einem ganz kleinen, kleinen unterwegs.

00:15:36: Das hat sich ein Stück weit auch erfüllt.

00:15:39: Und das fand ich auch spannend, dann ist es gleichzeitig eine Marke vielleicht heute nicht mehr so als ich dort anfing ganz sicherlich die extrem prästisch drichtig war und damit gefühlt als Mitarbeiter gleich mit und dieses Thema Status Geline macht, dass habe ich da glaube ich in der im Real Labor volle Breitseite abbekommen.

00:16:03: Also in aller Hinsicht und das sage ich auf voller Selbstkritik und Eigenreflektion, wo ich da auch manchmal die Falle getappt bin und mir cooler vorkam als es sicherlich war.

00:16:15: Ich habe das oft gemerkt wenn mein Mann und ich irgendwo eingeladen waren auf Partys oder wo wir nicht so viele Menschen kannten, wenn man sich so vorstellt.

00:16:25: Man war

00:16:26: Faktor zehnmal so erfolgreich wie ich beruflich Relativ profanen Job, also spannend aber jetzt mehr.

00:16:33: Also ich war nicht eins unter dem Vorstand das kann man nicht sagen.

00:16:37: und dann hat sich mein Mann vorgestellt Dann hat er gesagt ja als Ingenieur okay War das Interesse schon so Mittel Unternehmer?

00:16:45: Okay Und wie heißt deine Firma?

00:16:47: Dann hat der den Namen gesagt Teko Sim und die so Teko was?

00:16:51: Das merkt okay Low interest.

00:16:54: und dann Ja was machst du so?

00:16:57: Ich bin bei Lufthansa Ball auf deiner

00:16:59: Ton.

00:17:00: Und dann, was machst du da?

00:17:01: Ich bin im Marketing.

00:17:03: Ball auf der Ton!

00:17:06: Also es war echt absurd.

00:17:10: Hab ich viel gelernt darüber, was das mit Menschen macht und wie man damit vielleicht auch als reflektierter Zeitgenosse umgehen sollte.

00:17:22: Spannend ja, genau.

00:17:24: Ja, das stimmt.

00:17:25: Also die Lufthansa hat so ein paar Fahre, ne?

00:17:27: Die Lufhtanze atmen mit ihren Uniformen und... Das ist schon was!

00:17:34: In alle Weltfliegen.

00:17:38: Die Fluglinie haben enorme Kletsche bekommen seit Jahr zwanzigzwanzig.

00:17:45: Das war eigentlich eine unbestritten große Branche, wichtige Branche.

00:17:50: Und auf einmal Und sich die Parameter total verschoben durch zwanzig, zwanziger.

00:17:56: Man kann auch klar also mit Corona kam natürlich ein Rieseneinschnitt.

00:18:00: man kann jetzt im guten oder wie im schlechten auch wieder sagen und ich finde das erst mal aus einer sozialen Sicht absolut begrüßenswert dass fliegen demokratisch geworden ist.

00:18:12: also es ist jetzt einfach allgemein gut Und das ist auf der sozialen eben natürlich total wünschenswert.

00:18:19: Jetzt könnten wir ganz tief einstiegen, dass es das ökologisch wünschenz wert würde ich sagen.

00:18:24: Da überlegen wir noch mal ob das so ein schlaues konzept ist dass jeder viel man ja sein bedürfnis nachgeht die welt zu erkunden.

00:18:32: schwierig rein sozial.

00:18:35: Wenn man das unter dem Gesichtspunkt betrachtet, ist es eine schöne Entwicklung oder zumindest in großen Teilen.

00:18:41: Und damit ist es zur Commodity geworden.

00:18:43: und machen wir uns nix vor.

00:18:45: Es ist einfach ein Fortbewegungsmittel dieser Nimbus der ja noch so aus alten Zeiten kam was als elitäres zu sein.

00:18:53: Der wäscht sich ja so lah und nach aus und das finde ich ehrlich gesagt auch ganz gut weil das bekommt Menschen in der Regel nicht so gut.

00:19:04: Ähm, kommen wir zu deinem ... sag mal so.

00:19:07: Zu deinem Slogan.

00:19:10: oder das was man auch mit dir assoziiert?

00:19:12: Good work!

00:19:14: Nicht new-work sondern good work.

00:19:16: Was ist gute Arbeit für dich?

00:19:20: Was ist guter Arbeit so ganz real?

00:19:23: also jetzt nicht irgendwie mit buzzwords oder in der idealisierten Welt, sondern was wäre für dich gute Arbeit, good work jeden Tag für die Menschen.

00:19:37: Also ein wichtiger Punkt, der glaube ich in der New Work-Diskussion, die ich ja sehr intensiv erlebt habe – teilweise sogar mitgetrieben hab, der glaub ich sehr stark vernachlässigt wurde, war die Ergebnisseite.

00:19:51: Es ging sehr, sehr stark darum um das Wie geht's den Menschen?

00:19:54: und ich glaube auch dass es einen Punkt hatte oder immer noch hat Nur das ganze hat natürlich keinen Sinn, wenn wir das entkoppeln von Wertschöpfung.

00:20:03: Also von daher eine gute Arbeit.

00:20:05: bemüsst sich nicht nur daran wie gut es den Menschen geht sondern auch wie gut das ist was dabei raus kommt.

00:20:10: also Wertschüpfung und Wertschätzung darf schon zusammenkommen und wohler gehen.

00:20:14: ja also von daher Eine gute Arbeit is die Arbeit die ich als sinnhaft erlebe in der Es ist im Idealfall gemäß meiner Potenziale meiner Möglichkeiten meiner Fähigkeiten mich bestmöglich einbringen kann und dabei logischerweise ein vernünftiges Ergebnis erzielen.

00:20:32: Und zwar nicht für mich, sondern für das Unternehmen, für die Organisationen in der ich unterwegs bin.

00:20:38: Also dieser Aspekt kam mir ehrlicherweise gerade so in diesen Intensivzeiten der Newark Betrachtung.

00:20:46: Wo es ganz viel um menschzentrierte Führungen ging, um wie geht es uns?

00:20:50: Was macht das mit uns?

00:20:51: Das kam mir ehrlich gesagt zu kurz.

00:20:56: Ja, spannend!

00:20:57: Und wenn du heute auch die Arbeitswelt schaust, es hat sich vieles getan.

00:21:01: Es wird auch vieles wieder zurückgedreht.

00:21:04: Was gibt dir am meisten Hoffnung in Bezug auf Good Work?

00:21:28: Folgendes passieren die Menschen werden kreativ werden, Lösungen finden wie sie solche Regelung smart unterlaufen.

00:21:35: Und dann wird die Organisation gefordert sein sich zu überlegen wollen wir das jetzt hart bestrafen?

00:21:41: ja wollen wieder sanktionieren wenn sich jemand diesen Regeln widersetzt?

00:21:44: oder wollen wir so tun als wäre es eine harte Regel und anerkennen.

00:21:48: dass ist aber in Wirklichkeit ganz anders geliebt wird.

00:21:51: So und da geht wieder was auseinander.

00:21:53: Und das erlebe ich ehrlich gesagt gerade, also ich kenne einige Unternehmen wo das als relativ harte Maßgabe vorgehalten wird und dann aber ganz anders übersetzen.

00:22:03: Gelebt wird!

00:22:05: Dann stellt man sich natürlich schon die Frage ist es so schlau?

00:22:09: Ich denke neuer, die Menschen sind klug, sie suchen sich ihre Lösungen und zapft doch diesen gesunden Menschenverstand an dass die siebzehnte neue Management Idee durch die Gegend zu tragen.

00:22:22: Also das glaube ich schon und es ist ja so, in meiner Sicht ergeben sich Veränderungen immer dadurch dass irgendwo ein Kettel brennt und irgendwo ein Ziel winkt.

00:22:34: Es ist selten so, dass Menschen nur aus der schieren Einsicht und einer großen Verheistung in die Bewegung kommen und nur aus einem von weg Bewegung hinaus ist glaub ich auch noch nicht so gut um eine Veränderungsbewegung bestellt.

00:22:47: wenn das zusammenkommt Dann glaube ich kann eine positive Kraft in der Gestaltung von Veränderungen liegen und im Moment würde ich sagen, da haben wir an der Seite Brent der Kittel.

00:22:57: Überhaupt keine Sorge das wird zu wenig brennt.

00:22:59: also von daher werden uns bewegen.

00:23:02: ganz sicherlich

00:23:05: gibt es auch Wir haben viel debattiert Es sind viele Dinge umgesetzt Gibt es auch Errungenschaften In der guten Arbeit, in einer modernen, innovativen Arbeitswelt wo du sagst ne das ist eigentlich keine gute Entwicklung.

00:23:24: Könnten wir am besten wieder abschaffen?

00:23:27: Ja natürlich ich glaube dass die das Maß und Flexibilität was wir zum Teil uns zugestehen dass es einerseits natürlich toll ist weil das eine Umklammerung ist Zugänge zur Arbeit überhaupt macht zum Erwerbsprozess, die vorher fast ausgeschlossen werden.

00:23:42: Stichwort Vereinbarkeit.

00:23:44: also das ganze Flexibilitätsthema von wer arbeitet wann wo hat unfassbar viel mehr Vorteile als Nachteile.

00:23:53: aber und jetzt kommt das dicke Aber und das ist ja immer so der verbale Radiergummi Der erst mal dass wieder wegkühlt was man vorher schönes gesagt hat Es ist gleichzeitig so dass es natürlich zu einem gewissen Potenziell, ich bin da ganz vorsichtig, Egoismus verleiten kann.

00:24:09: Das heißt also dass Menschen sehr stark auf ihre Autonomie bedacht sind und da sehe ich momentne Entwicklung leider sehr heil.

00:24:15: Und die hat... das hat einen Preis!

00:24:18: Also es hat ein Preis wenn sich jeder seinen persönlichen Arbeitsumfeld so strikt wie's ihm gerade passt und zufällig im ganz kleinen Zeitslot nur.. Ich mach' das jetzt am Büro fest aber du wirst es schon überdragen.

00:24:30: Es gibt nicht nur darum wer wann wo sitzt sondern so als generelles Thema.

00:24:34: Ich glaube, dass wir in dieser Autonomiebetonung sehr stark unterwegs sind und das hat definitiv nicht nur Vorteile.

00:24:42: Das geht in Richtung auch mehr wie der Ego-Kult über und da bin ich auf jeden Fall skeptisch wenn wir das sehen.

00:24:50: also ich bin keine Sozialistin aber trotzdem ist es ja irgendwo ein transaktionaler Rahmen indem wir unterwegs sind wo wir am Ende was bei rausbringen wollen und das ist immer schlechterdings alleine hin.

00:25:00: Ja

00:25:00: absolut Was ist denn für dich der Unterschied?

00:25:05: Du bist mit Good Work unterwegs.

00:25:08: Wo grenzt du dich ab, mit good work zu new work?

00:25:12: Also einen ganz wichtigen Punkt habe ich schon genannt also diese Überbetonung des der Reflexion die über Betonung desselbst in New Work kommt ganz viel selbst vor Ausgründen die auch In der Utopie von Friedrich Bergmann absolut statthaft waren.

00:25:31: Ich weiß aber auch, dass das Wort zu einem entsetzlichen Containerbegriff verkommen ist.

00:25:36: New Work und das ist natürlich total schade.

00:25:38: Und vor allen Dingen störe ich mich an diesem Neu.

00:25:40: Weil ganz ehrlich dadurch, dass sich etwas neu mache, mach ich es noch keinesfalls besser.

00:25:46: Auch nicht schlechter!

00:25:47: Ich mache es nur neu.

00:25:49: also neu dem wohnt immer sowas inne was etwas auf jeden Fall besser macht und das stimmt nicht.

00:25:56: Also ich hatte, ich sage an der Stelle mal, ich hatte mein vorletztes Auto Darf man das sagen?

00:26:04: In vier, ich war sehr unglücklich damit.

00:26:06: Der war nagelneu!

00:26:08: Aber auch gar nichts besser.

00:26:09: Er war nur neu.

00:26:11: Ein plattes Beispiel.

00:26:13: Neu macht nichts besser aber nicht schlechter.

00:26:16: ist es erst mal nur neu?

00:26:17: Das ist für mich einfach gar nicht.

00:26:19: die Frage Als Erstes immer sagt wir müssen hier ein Paradigmenwechsel bei führen.

00:26:26: hat man schon mal Folgendes geschafft, dass man eine Großteil der Menschen abgehängt hat.

00:26:30: Weil die sagen warum?

00:26:31: Erklär's mir!

00:26:31: Weil du damit in Plizid auch das aufkündigst was bisher da war.

00:26:37: weil du kannst ja schlecht etwas neu machen und doch so wie bisher das schließt sich aus.

00:26:42: Oder

00:26:42: in Teilen neu machen oder...

00:26:44: Wenn du sagst lass es uns doch mal hinschauen was sollten wir unbedingt bewahren und was kann echt mal hier auf dem Müll laufen bin ich sofort dabei Auf die radikalste Art und Weise.

00:26:54: Von mir aus, Mary Kondo der Büros von mir aus

00:26:58: nur

00:26:59: sofort sagen hier muss alles neu werden.

00:27:02: Damit haben wir noch nichts zum Guten gewendet.

00:27:07: Ist denn Selbstverwirklichung das ist ja Teil von New Work und Sinn zu empfinden für dich auch wichtig?

00:27:17: Also selbst verwirklichung finde ich ist eine zutiefst individuelle angelegenheit für die jeder hocheigens verantwortlich ist und nicht das unternehmen.

00:27:25: also das Unternehmen ist für mich nicht der adressat Für Selbstverwirklichung.

00:27:29: das Unternehmen kann aber sehr wohl Adresse sein für Sinn, weil ich habe schon einen Anspruch darauf als Mitarbeitende zu erfahren.

00:27:37: Wie sinnhaft ist das was wir hier tun?

00:27:40: Also wie trägt das was ich tue zu einem größeren Ganzen bei?

00:27:43: und da ist wiederum das Unternehmen durchaus gefordert.

00:27:48: Da geht auch manchmal so ein bisschen etwas durcheinander.

00:27:50: Purpose wird auch oft so übersetzt im Sinne von jedes Unternehmen muss per se etwas tun was die Welt ein Stück weit besser macht.

00:28:01: Da kann man philosophisch werden und sagen ist das jetzt besser oder nicht besser?

00:28:06: Ich glaube fangen wir mal kochen was man bisschen runter und fangen erst einmal damit an dass wir den menschen gut erklären Wofür wir etwas tun nicht warum.

00:28:15: warum guckt zurück wofür in die zukunft wird etwas tun?

00:28:18: Und was ist dein beitrag dazu?

00:28:21: da glaube ich ist das unternehmen sehr wohl adresse selbst verwirklichung.

00:28:25: wie sollte das Unternehmen mir ermöglichen?

00:28:28: also Ja, das ist ja in mir angelegt was mein persönliches Empfinden ist.

00:28:34: An welcher Stelle ich mich verwirklicht habe?

00:28:41: Also die ein Unternehmen hat einen Sinn und Zweck Und wenn das mit dem was mir wichtig ist von meinen Werten oder von dem woran Ich arbeiten möchte dass je dekungsgleicher das wird desto

00:28:56: idealerweise schon genau Genau.

00:28:59: Also idealerweise matcht das, nur dann ist wieder die Frage was tun wir denn mit nicht matched?

00:29:04: Dann gibt's ja verschiedene Möglichkeiten.

00:29:06: Ja.

00:29:06: Dann gibt es die Möglichkeit mal rein theoretisch dass Unternehmen passt seinen Unternehmenszweck an so lange bis es zu den ganzen Zweckleihen der Menschen passt.

00:29:16: Absurd!

00:29:17: Das Unternehmen macht eine riesige Unachtung.

00:29:21: hier bin ich echt empfindlich Mainzertschulung und trischt solange auf die Mitarbeitung ein, bis sie endlich auch jeder sein persönliches Zwecklein so angepasst hat.

00:29:30: Dass es zu dem Unternehmenszweck passt?

00:29:32: Da würde ich sagen nein!

00:29:36: Wir sind immer noch verabredet zur Wertschöpfung nicht zu einer Erziehung.

00:29:40: also das ist keine Erziehungsanstalt.

00:29:43: Aber was kann ich übersetzen?

00:29:45: Das heißt machst den Menschen klar dass es unter Unternehemszwecken da möchten wir hin.

00:29:50: Das möchten wir sehen.

00:29:51: Was kann dein Beitrag sein?

00:29:53: und vielleicht ist mein Beitrag in der Rolle nicht unbedingt so groß, vielleicht muss ich ein bisschen das Spielfeld ändern und dann kann ich mich da besser einbringen.

00:30:00: Und Selbstverwirklichung ist eh ein vielschichtiges komplexes Konstrukt was ja nicht nur etwas damit zu tun hat.

00:30:09: also es hat auf ganz vielen Ebenen und da liegen ganz viele auch bei mir als Individuum.

00:30:16: Würdest du sagen dass das schon Wahnsignal für Eine Organisation, das sie nicht mehr gut arbeitet?

00:30:23: Wenn Sie versucht diese Zwecklein da so anzupassen oder zu...

00:30:26: Auf jeden Fall.

00:30:27: Also dann werde ich auf jeden Fall hellhörig.

00:30:29: Also wenn ich höre dass da größere Mainz-Erschulung am Berg sind, dann sage ich naja, dann mein Herzlichen Glückwunsch!

00:30:35: Wenn so eine Kultur mit der Brechstange geändert werden soll was ja nichts anderes bedeutet als das.

00:30:42: Wenn man darüber spricht Strukturen anzuppassen nachdem man überhaupt erstmal verstandene Was ist denn Stand heute unsere Kultur?

00:30:51: Das ist ja schon schwierig genug, diese Bestandsaufnahme.

00:30:54: Vollkommen okay!

00:30:55: Aber wenn es heißt... das ist unser Popes und jeder der jetzt nicht bei drei auf dem Baum blieb, muss das mit Blut und Hinde unterschreiben.

00:31:03: Da werde ich sehr skeptisch.

00:31:07: Ja so wie du das jetzt gerade beschreibst hört sich schon fast an wie ein Kult.

00:31:12: Das kann einen Kult-Charakter haben.

00:31:14: Es

00:31:14: gibt Unternehmen wo das so ist.

00:31:16: Und wenn du damit einhergehst Sehenden Auges.

00:31:21: Dann ist das deine Erwachsene-Reife Entscheidung, nur alle Mitarbeitenden darauf hinzuschwören?

00:31:32: Wie ist es dann mit Transformationen?

00:31:35: Wir müssen trans... Also fast jedes Unternehmen muss sich transformieren und muss irgendwie die Transformation irgendwo in seiner DNA unterbringen.

00:31:44: Wie siehst du das?

00:31:45: aus deiner Erfahrung und ich sag mal aus von aus deiner durch deine Brille.

00:31:53: Wie gelingt Transformation, wieso gelingt es nicht?

00:31:57: Warum werden die Menschen nicht abgeholt?

00:31:59: was ist transformatisch?

00:32:00: kannst du was aus deina Perspektive was zu transformation sagen?

00:32:05: also zunächst einmal würde ich sagen das transformation auch gerade in ähnlichen Werdegang einschlägt, wie New Work und zu einem entsetzlichen überstrapazierten Containerbegriff wird.

00:32:17: Also plötzlich ist alles was sich ein bisschen widersetzt Transformationen.

00:32:23: und nochmal hier die Botschaft.

00:32:24: also wenn ich die blauen Locher durch die roten austausche habe ich dann nicht eine Transformation bewältigt?

00:32:29: also jede Einführung von dem IT System ist gleich ne Transformation.

00:32:35: Also eine Transformation, was heißt das denn eigentlich?

00:32:38: Das heißt ja wirklich ne grundlegende Umweltsung.

00:32:40: Nicht ne kleine Kurskorrektur nicht etwas, was sich so im Nebenbeibetrieb mal eben bewerkstelligen könnte ohne dass es die Menschen nachhaltig irritiert und verändert.

00:32:50: also ne Transformation ist was tiefgreifendes.

00:32:52: Und da wäre meine erste Frage immer warum oder bzw?

00:32:56: Ja da kann man schon fast warum auch wenn ich warum Fragen blöd finde.

00:33:00: aber Was is der Treiber für Transformationen?

00:33:04: Gute Grund, warum wir der Annahme sind.

00:33:06: Wir müssten hier eine Transformation starten.

00:33:09: nur um der Transformationswillen und weil es jetzt in der Wirtschaftspresse überall steht ist das ja noch kein Grund.

00:33:15: haben wir exogene Faktoren haben wir politische Rahmenrichtlinien die einwirken haben wir technologische Infrastruktur Themen stichwort KI Haben wir Themen intern dass sie sagen wir verlieren ganz viele Mitarbeitenden wegen demografie Handel steigen jetzt ganz viele unserer Mitarbeiter aus.

00:33:33: wir haben jene ganz große Veränderungen haben wir vielleicht auch in unserer Unternehmen ins Ausland verlagert, was auch immer.

00:33:39: Es gibt ja unzählige Gründe die eine Transformation unausweichlich machen und oft sind sogar mehrere Gründe.

00:33:47: Das darf ich hier erstmal verstehen und nachvollziehbar machen und nicht den Menschen auf Kicks gehen mit.

00:33:52: Wir müssen hier eine Transformation machen.

00:33:54: das kauft ihr keine Sau ab weil das ist nicht zu abstrakt Kann ich auch nichts mit anfangen, ja.

00:34:00: Ich kann jetzt auch zu meinem Mann machen.

00:34:02: also es ist hier aber mal Transformation angesagt.

00:34:05: Wo fangen wir an?

00:34:05: Speicherkeller was meinst du?

00:34:09: Mach's begreiflich.

00:34:10: wo geht denn überhaupt?

00:34:12: und nur weil ihr habt wegen KI?

00:34:15: das ist ja keine Aussage.

00:34:17: Das ist keine Aussagen und leider wird es so gehandhabt.

00:34:23: Wir müssen jetzt KI machen.

00:34:26: Und

00:34:27: ich würde dir gar nicht sagen, ihr müsst kein KI machen!

00:34:29: Also nicht vor Umkehrschlüssen.

00:34:31: Ich bin nicht die Konservative, die sagt, lasst bitte alles so wie es ist.

00:34:34: Gar nicht.

00:34:35: Nur

00:34:36: erklär's

00:34:36: den Menschen oder denk selbst erst mal nach bevor du das Wort in den Mund nimmst.

00:34:40: was meinst du denn überhaupt damit?

00:34:41: Also

00:34:43: reden wir wirklich schon und was ist denn der Nied dahinter?

00:34:49: Ja, du sprichst auch sehr viel von Partizipationen In deiner Welt mit Good Work, wie hoch muss die Party also die Mitbestimmung sein?

00:35:02: Oder was ist das für dich in Bezug auf good work.

00:35:07: Ist natürlich eine ganz große Frage, die man auch jetzt nicht so holschnittartig einfach beantworten kann.

00:35:15: Also grundsätzlich glaube ich dass sehr viel Kraft in der Partizipation liegt und die hat einen Preis.

00:35:20: Weil dann sind wir in Entscheidungsprozessen, die dann in Richtung Konsens gehen von mir aus auch Konsent um das dann nochmal klugscheißerisch voneinander abzukränzen.

00:35:29: aber wie auch immer wir haben auf jeden Fall anstrengender oder anspruchsvollere Entscheidungs.

00:35:34: Prozesse können dir ganz schön oft die Füße fallen.

00:35:37: gleichzeitig weiß ich auch dass wenn ich alles nur top down entscheide gerade die groß wetterlage Dann bin ich letzten Endes Verkäufer meiner eigenen Ideen, weil letzten Endens brauche ich dann nur noch gute Argumente und die werden mir nicht nutzen.

00:35:53: Weil Menschen eine wunderbare Eigenschaft haben nämlich im Widerstand zu gehen wenn ihnen etwas verkauft werden soll was schon so optionslos verkauft ist.

00:36:02: aber sie spüren im Grunde wieso kann doch auch ganz anders sein?

00:36:06: Und ganz viele strategische Überlegungen kommen so geschlossen daher, dass eben gar keine Partizipation ist.

00:36:13: Und dann heißt es sowas wie wir müssen alle mitnehmen wo ich denke ne nicht mitnehmen zum Mitmachen einladen das ist ein Unterschied Nicht jeder bei allem und das ist vielleicht das Missverständnis Das kann man klüger konzeptionell ausgestalten Dass man überlegt Wo auf in welcher granularen Stufe lebt man quasi die breite unternehmens Öffentlichkeit ein und wo ist es vielleicht auch in Vordenkerzirkeln, die vielleicht meinen ersten Schritt waren.

00:36:43: Wo wieder aber auch über verschiedene Ebenen Menschen unterschiedlicher Hierarchie-Ebenen zum Beispiel repräsentiert werden, wenn wir jetzt mal bei einem großen Unternehmen sind.

00:36:51: Das ist durchaus klug und dann immer wieder mit Feedback-Zirkel arbeiten zu sagen Partizipation grundsätzlich über alles und das bedeutet jeder quatscht überall mit Nein genauso wenig wie das Gegenteil.

00:37:08: also da auch wieder Eine, sagen wir mal... vielleicht ist es unbefriedigend differenzierte Antwort.

00:37:15: Ne, wunderbar!

00:37:18: Was du gerade sagst, da kommt mir so auch der Begriff Freiheit gehört oder Selbstbestimmung, Partizipation, Sinnhaftigkeit, Freiheit, Autonomieflexibilität Herr Mann, darf man auch zu viel haben?

00:37:39: Wie siehst du das im Rahmen von Good Work.

00:37:41: Naja natürlich!

00:37:42: Das ist ja immer... es gibt ja das wunderschöne Wertequadrat von Friedemann Schulz von Thun und in ähnlicher Form gibt's ja einige kluge Denker die da schon drauf rum gedacht haben weil jeder Wert hat ja auch ein Gegenwert.

00:37:55: also Autonomie hat ja den Gegenwert des eingebunden sein in die soziale Einheit und beides ist wichtig.

00:38:02: Jetzt kriege ich aber auch nicht immer alles perfekt bolossiert.

00:38:05: Manchmal ist das auch ein Dilemma, dass sich beides möchtet und es aber nicht hinkriegen.

00:38:11: Und von daher würde ich sagen, natürlich gibt es zu viel Autonomie.

00:38:15: Da haben wir eben darüber gesprochen.

00:38:17: das kann schon kippen.

00:38:18: ja eine Überhöhung soviel des Guten kann's schon geben genau wie ein zu viel Partizipation auch kippe kann weil für mich sind das zwei Paar Schuhe.

00:38:26: also Partizhipation hat ja das gemeinsame Imblick.

00:38:30: autonomie hat die Kraft des einzelnen im Blick kommt vielleicht manchmal aus dem gemeinsamen Kern und dann wird spannend wo geht es denn zusammen Was ist denn vielleicht noch ein anderes werte Paar, was man da drüber legen könnte?

00:38:43: Wo sich das dann begegnet.

00:38:45: Weil klar gibt es so viel auf jeden Fall.

00:38:48: also haben wir auch alle schon Systeme erlebt wenn der Gruppendruck zu groß ist und alles nur nach der Gesamtrichtung Marsch Richtung laufen soll geht auch nichts vorhanden.

00:38:59: Bist du befürwortert dass wir auch starke Grenzen brauchen heute oder ist das mehr individuelle Abwägung besser.

00:39:10: Also, ich sag mal so... Ich bin sehr beeindruckt wenn wir jetzt einen ganz kurzen Side Step machen von unserem Grundgesetz.

00:39:16: also wie klug!

00:39:17: Wie weit sich die Menschen, die Konstrukteure dieser Verfassung waren?

00:39:22: Weil das ist ja nur ein Gerüst Das steht hier nicht drin, geht bei Roten nicht über die Ampel Sondern es ist aufs unerhohren Flughöhe und hat so viel trotzdem bedacht.

00:39:33: Also das ist schon, ich würde sagen, ein Stück weit fast genial.

00:39:37: Wenn du sowas gelingt hast zu sagst gibt einen Rahmenwerk vor, was wirklich schon sehr gut Leitplanken setzt.

00:39:45: Was aber dann je nachdem um das wir jetzt inhaltlich reden, dann nochmal übersetzt werden muss?

00:39:51: also ich bin immer eher auf der Linie von Prinzipien mehr den Regeln.

00:39:56: In manchen Fällen braucht es auch harte Regeln mit harten Grenzen nur eine Regel die nicht überprüft wird die nicht quasi einer Überprüfung Stand hält ist nichts wert.

00:40:08: Die ist nicht nur ein stumpfes Schwert, die ist eine Lachnummer.

00:40:11: Also wenn Menschen merken wir haben zwar ne Regel, dies aber nur da damit sich niemand dran hält, wirst du eure Glaubwürdigkeit verlieren?

00:40:21: Absolut!

00:40:24: Du hast gerade oder eben vor kurzem gesagt das fand ich sehr schön.

00:40:29: Wir sind zur Wertschöpfung verabredet.

00:40:31: im Unternehmen finde ich wunderbare Aussage.

00:40:36: Jetzt gibt es auch Fake-Work.

00:40:38: Es gibt Die die vielen Meetings, die vielen Chats, die viele Prozesse.

00:40:44: Die vielen neuen Sachen, die gar nichts bringen.

00:40:49: Warum glaubst du wird Wertschöpfung häufig mit Business verwechselt?

00:40:55: Also warum sind alle so busy und so aktiv und freuen sich dass sie ganz viele Meetings haben, stöhnen aber gleichzeitig darüber?

00:41:02: also warum wird das... Also warum ist die Business irgendwie noch so hoch im Rang Wenn doch eigentlich Wertschöpfung am Ende zählen soll.

00:41:13: Nee, ein bisschen busy müssen wir ja in der Regel sein um am Ende irgendwie Wertschöffungen raus zu kriegen.

00:41:18: Es ist jetzt auch wieder nicht die Einladung die Füße hochzulegen.

00:41:22: Das auf keinen Fall und das habe ich noch nicht so verstanden Simona.

00:41:25: es ist auf jeden Fall schon so dass wir... also da wird viel drauf rum geritten.

00:41:32: im Moment klar gibt es Fake Work Und jetzt kommt ein sehr unbeliebter und vielleicht auch unpopulärer Satz.

00:41:38: Ein bisschen Fakework, ein bisschen Getöse verträgt jedes System und ist auch eingepreist weil der Mensch nicht jeden Tag von früh bis spät effizient sein kann.

00:41:51: Das wirst du auch nie ganz weg kriegen und das ist auch vollkommen okay.

00:41:55: ich würde mir da eher die Frage stellen warum halten wir an solchen Dingen wie Meetings fest wenn sie doch offenkundig in ganz großen Teilen nicht das hervorbringen, was sie tun.

00:42:05: Sie sind schlecht moderiert wenn überhaupt, schlecht vorbereitet wenn überhaupt.

00:42:09: Schlecht dokumentiert, wenn überhaupt.

00:42:12: oft ist überhaupt nicht klar warum mietet man und Achtung?

00:42:15: hier ist die Antwort nur weil Mittwoch elf Uhr.

00:42:18: im Kalender steht es keine Begründung warum dieses Meeting stattfindet.

00:42:23: und so sieht nun mal die Realität aus.

00:42:26: Wenn so was passiert, Simona.

00:42:27: Wenn Menschen Dinge tun von denen sie eigentlich wissen dass sie nicht sinnvoll sind, dann bin ich immer schnell dabei zu denken ah okay was ist denn der Sekundärnutzen?

00:42:40: Was ist das Sekundärenutzen von schlechten Meetings?

00:42:43: und da gibt es eine ganze Menge.

00:42:45: Ja ich habe ja meinen ganzen Artikel für Haufe zugeschrieben.

00:42:49: Ich sage Meetings ist das neue Rauchen weil wir wissen alle das Rauchen nicht gut ist.

00:42:52: und trotzdem tun's Menschen Es schafft Verbindung.

00:42:56: Also ein Meeting ist auch immer eine Gelegenheit zu sagen, ich bin noch da!

00:43:01: Ist es soziales Schaulaufen?

00:43:03: Ist das sozialer Kleber?

00:43:05: Ist der Raum wo ich vielleicht auch mal Ideen vorstellen kann?

00:43:09: Wo ich vielleicht mal Feedback kriege und überhaupt gesehen werde?

00:43:14: Weil dieses ganze Thema mit Remote-Arbeit proximity by ist dass Menschen die näher dran sind beschäftigt der Wirken und das wird ja auch wieder sozusagen unterstützt, dass man den Eindruck hat wer näher da bei mir ist.

00:43:31: Und ich ihn beim Arbeiten beobachten kann.

00:43:33: Klammer auf!

00:43:34: Auch wenn der Mensch gar nicht unbedingt zwingend arbeitet.

00:43:37: Ja nur ich sehe, der sitzt am Schreibtisch oder sie und klickt auf irgendwas rum.

00:43:42: Allein das ist ja schon eine Wahrnehmung.

00:43:44: Ah okay, da geht was voran.

00:43:46: Das macht sich bemerkbar in den Themen wie Weiterentwicklung, Karriere usw.. Natürlich verteilt.

00:43:53: Das sind Beias, den wir alle mehr oder weniger unterliegen.

00:43:56: Von daher sind Meetings natürlich schon geben dir das Gefühl du bist da irgendwo eingebunden und du wirst ... Du wirst gesehen weil eins ist auch klar wer nicht sichtbar ist findet nicht statt.

00:44:09: Und es ist ein ganz harte Erkenntnis und von daher hat auch ein schlechtes Meeting wahrscheinlich tief drin einen gewissen Sekundär nutzen.

00:44:21: Herrlich, genauso wie Krankheit ja auch einen Sekundär nutzen.

00:44:24: Absolut!

00:44:25: Also das hat anderen Sekundärenutzen.

00:44:27: Wollen wir deswegen dauernd krank sein?

00:44:28: Nein,

00:44:29: dürfen

00:44:30: wir dessen uns bewusst werden?

00:44:31: Ja, bitte.

00:44:36: So in den letzten Monaten, Wochen und Jahren.

00:44:39: was ist deine Einstellung?

00:44:40: gibt es Fachkräftemangel wirklich ein Problem?

00:44:46: Ja, auf jeden Fall.

00:44:47: Es ist auf jeden fall substanziell ein Thema und wir leben... Ich glaube es wird zum Teil als Hybrid oder Paradox beschrieben.

00:44:55: Das kriegen wir nicht so gut hin.

00:44:56: also Wir haben durchaus Branchen die jetzt schon in real existierenden Fachkräftemangel haben Zum teil auch einen Arbeitskraftemangel.

00:45:05: das darf man auch nicht miteinander vermischen.

00:45:08: Es gibt einen Unterschied zwischen beiden aber beides gibt es ja.

00:45:11: im Handwerk gibt es dass in der Pflege gibt es das in bestimmten Industrien.

00:45:16: zugegebenermaßen die Industrien werden aktuell ein bisschen weniger und das kann sich aber relativ schnell wieder drehen, wenn jetzt ein Drittel der aktuell Beschäftigten dem nächsten fünf bis zehn Jahren in Rente gehen.

00:45:30: Aber kommen wir nochmal zurück!

00:45:31: Wir haben also Branchen Engpassbranchen werden hier genannt, in denen es wirklich ins substanziellen zum Teil dramatischen Fachkräftemangel gibt Und das brauchen wir gar nicht in Abrede stellen, nur weil halt auf der anderen Seite bestimmte Branchen und bestimmte Berufsbilder enorm unter Druck sind.

00:45:49: Die spannende Frage ist wie gehen sich diese Effekter – wie jetzt KI mit dem Automatisierungsversprechen?

00:45:57: Wie geht es sich aus?

00:45:58: Weil saldieren kannst du's nicht einfach!

00:46:00: Du kannst nicht aus der hoch bezahlten Marketingmanagerin die einen Abfindungsvertrag mit Mitte Fünfzig gemacht bekommen hat eine wunderbare Pflegekraft im Altenheim machen.

00:46:11: Das ist jedem Sonnenklar und einsichtig, dass da Dinge nicht zusammen passen.

00:46:16: Und von daher müssen wir aushalten, das wir beides nebeneinander haben.

00:46:21: Dass wir auf der einen Seite in weiten Teilen ein Arbeitgebermarkt wiederhaben wo wir wirklich Problem haben, dass Menschen in Arbeitslosigkeit kommen, dass wir schwereren Zugang haben auch gerade von jungen Akademie kann, so hoch wie noch nie und gleichzeitig in Fachkräftemangel.

00:46:39: Das ist kein Widerspruch!

00:46:40: Diese Situation präsentiert sich uns gerade vor unseren Augen.

00:46:45: Ja sehr spannend dass du diesen Widerspruch da so aufdröselst finde ich super gefällt mir.

00:46:51: gut Denken in Möglichkeiten also davon sprichst du häufig.

00:46:59: jetzt wird Haben wir auch viele Untergangserzählungen.

00:47:02: Wir haben sehr viel Pessimismus, was nicht klappt.

00:47:08: Wie würdest du sagen, wie kann man das wieder drehen?

00:47:11: Dass man mehr Möglichkeiten denkt.

00:47:14: Das wünschte sich natürlich jeder.

00:47:16: Erst mal überhaupt zurückzugucken und zu gucken gab es schon in deinem Lebenssituationen Weltuntergänge die du ganz klar gesehen hast und die dich nicht ereignet haben.

00:47:29: Wie viele der Katastrophen, die du dir in deinem Kopf ausgemalt hast, hast du überlebt?

00:47:34: Offensichtlich jede.

00:47:35: Sonst wärst du nicht da!

00:47:37: Also erstmal das schon mal so als ersten kleinen Ressourcenanker setzend.

00:47:42: und oft ist es so dass wir glauben, wir hätten nur die Wahl zwischen zwei vielleicht gleichermaßen unbequemen Möglichkeiten und oft sind es viel größere Raumernmöglichkeiten und das kann man jetzt sich in zwei drei Sätzen sagen.

00:47:58: aber Als ersten Ressourcenanker würde ich immer erst mal zurückschauen und sagen, wo ist es dir denn schonmal gelungen?

00:48:04: Deine eigenen Katastrophenerzählungen lügen zu strafen.

00:48:09: Und ohne da jetzt ein Positivismus dazu verordnen sondern vielleicht eher den Possibilismus also nichts zu sagen was wenn's doch ging.

00:48:19: Also das ist ja eine schöne Frage dass er die viel bessere frage fand.

00:48:22: Ich bin davon überzeugt dass es geht.

00:48:24: Das sage ich okay bold move woher nimmst du die gewissheit?

00:48:29: Aber zu sagen, ich habe Zuversicht.

00:48:30: Ich hab Hoffnung!

00:48:31: Ich kann mir vorstellen dass etwas funktionieren könnte weil es in der Vergangenheit auch schon Dinge gab von denen ich mir nicht vorstellen konnte das sie funktionieren und Sie haben funktioniert.

00:48:41: Ich kann mich doch auch diesmal wieder positiv täuschen.

00:48:44: Ja sehr schön ja.

00:48:46: Das ist eine wunderbare Sache und eigentlich für jeden möglich zu diesen Shift hinzukriegen

00:48:53: Jetzt mal probieren.

00:48:53: Ja, man kann es probieren!

00:48:55: Also nicht jeder kann in jedem Alter aus dem Stand ein Spagat, aber man kann sich zumindest ein bisschen mehr hinbewegen.

00:49:01: Das kann man jederzeit versuchen und trainieren.

00:49:05: Genau.

00:49:07: Was wollen Menschen wirklich wenn es ums Arbeitsleben geht?

00:49:12: Wenn man mal alle Theorien, alle Konzepte, alle Debatten weglässt – was wollen Menschen?

00:49:20: Ich sag mal, so viel wie es Menschen gibt, gibt's auch ungefähr so viele Bedürfnisse.

00:49:25: Aber wenn wir das mal zusammen fassen, glaube ich müssen die in unserer Vornehmendiskussion nicht zu tun als wäre zum Beispiel eine faire Entlohnung unwichtig?

00:49:35: Das ist absolutörig das zu unterstellen!

00:49:37: Ich glaube schon dass Menschen natürlich auch eine faire Endlohnungen brauchen für das was sie tun und ich glaube dass Menschen gesehen werden wollen indem was Sie tun wie Sie es tun Und sei es noch so, ihr Circle of influence sei ja noch so klein doch einen kleinen Unterschied zu machen.

00:49:57: Niemand mag nach Hause gehen mit dem Gefühl und sagen also ob's mich da gibt oder nicht das ist sowas von egal.

00:50:05: Von daher glaube ich schon dass immer wieder ein Stück weit bei der Sinnfrage beim Beitrag den Ich leisten kann und gleichzeitig auch Wie stimmig ist das?

00:50:18: Da gehen wir ja schon fast in das Korrentsthema rein.

00:50:21: Wie stinnig ist es zu dem, was ich mir vorstelle, zu meinen Handlungsoptionen und zu dem Unterschied die ich machen möchte und dass aber auch zu Rahmenbedingungen, die angemessen sind.

00:50:32: eine fairer Entlohnung, eine angemessene Entlohnung ein Arbeitsumfeld, was durchaus menschenzentriert In dem Sinne ist, dass ich sage okay Das ist in unseren Vorstellungen Zuträglich.

00:50:47: Das heißt nicht die Abwesenheit von Zumutungen, weil sie brauchen wir durchaus auch manchmal.

00:50:52: Ja es lässt sich auch nicht irgendwie wegorganisieren.

00:50:56: Nein!

00:50:57: Die ist einfach da.

00:50:58: Die

00:50:58: ist da.

00:51:01: Jude du bist Autorin und Du hast verlauten lassen dass Du alle wieder an... Hast uns alle neugierig gemacht.

00:51:14: Spannst uns auf die Wolter, du schreibst gerade an einer Erzählung.

00:51:18: Worum geht es denn da in dieser Erzählungen?

00:51:21: Ich erzähle noch nicht so wahnsinnig viel darüber aber ich bin tatsächlich an einem Buch dran obwohl ich genau das erstmal für mich ausgeschlossen hatte weil im Podcast genau wie bei dir kommen so viele Autoren und soviel glänzende Bücher dass sich dachte oh naja gut also wer braucht jetzt wirklich noch ein Fachbuch?

00:51:41: Und gleichzeitig habe ich, wie du ja richtig beobachtet hast ganz viel Freude daran zu schreiben.

00:51:46: Auch mich mit Worten auszudrücken ob schriftlich oder mündlich und vor allen Dingen auch das Narrative sehr für mich entdeckt.

00:51:54: gut bin ich jetzt auch kein einzelnes Schicksal.

00:51:56: Ich glaube es kann nicht wie viele hundert tausende von Manuskripten jedes Jahr ungefragt Anfang der Lage gehen.

00:52:03: und dann kam so ein paar Beobachtungen zusammen und ich möchte gerne über die Frage diskutieren die frage besprechen Wo ist mein Platz in dieser Arbeitswelt?

00:52:12: Also eine sehr individuelle Perspektive.

00:52:16: Bis hin zu der Frage braucht es mich noch und du hast das ja eingangs gesagt, mein Mittel ist immer mit einer gewissen Prise von Humor und Leichtigkeit die Themen anzugehen und so versuche ich das auch mit einer Geschichte mit und das werde ich jetzt noch nicht verraten mit einer sagen wir mal extrem ungewöhnlichen Perspektiven Das Ganze zu tun.

00:52:37: Also jetzt bin ich noch neugierig geworden!

00:52:40: Wann kommt das Buch raus?

00:52:41: Es wird noch ein bisschen dauern, also das wird genau... Ich bin so in den letzten Zügen und das ist ja immer mit der Produktion dauert.

00:52:50: Jetzt im Oktober werde ich abgeben.

00:52:53: Und ich glaube es wird dann im Frühjahr nächstes Jahr erscheinen.

00:52:56: Spannend.

00:52:57: Kann man uns auf was freuen.

00:52:59: Du bist auch eine erfolgreiche Podcasterin machst spannende Folgen mit faszinierenden Menschen.

00:53:08: Was hast du so für dich daraus mitgenommen?

00:53:11: oder was hat dich so geprägt aus diesen ganzen Gesprächen?

00:53:16: Also erstmal vielleicht mal jenseits von dem, das wir jetzt inhaltlich ja schon glaube ich ganz gut besprochen haben ist es natürlich eine unfassbare Lernreise.

00:53:24: Das wird ja auch so gehen.

00:53:25: also man kann ja gar nicht anders als etwas da mitnehmen und raus lernen.

00:53:30: Und sicherlich fällt es mir heute auch viel wie leichter, meine Gedanken die sonst eher ein bisschen kaleidoskopartig in meinem Kopf umeinander gesplitzt sind jetzt auch irgendwie zu auszudrücken und das auch relativ im Zugriff.

00:53:45: also da brauche ich nicht mehr so eine große Anlaufstrecke wie ich das vorher gebraucht habe.

00:53:49: Das ist sicherlich so ein Thema und wenn ich vielleicht eine Erkenntnis ganz, ganz dick und gold einrahmen würde.

00:53:58: Wenn es die eine wäre dann wäre es wahrscheinlich die dass es nichts unbestechlicheres gibt für uns Menschen als ein ernstes und echtes und nicht geschminktes Interesse am gegenüber.

00:54:11: Und das ist für mich zugleich die Wahrscheinlich teuerste und kostbarste Ressource Die uns zur Verfügung steht.

00:54:18: ungeteilte Aufmerksamkeit weil ich glaube dass wenn wir das spüren dass uns das entgegen gebracht wird echtes Interesse.

00:54:25: Also nicht, dass es gegenüber wirklich bei einem ist.

00:54:30: das ist betörend.

00:54:33: ich kann sich anders sagen.

00:54:34: Es

00:54:35: macht was mit einem.

00:54:37: Es schafft einen Raum in dem etwas Magisches entstehen kann.

00:54:41: Auf

00:54:42: jeden Fall!

00:54:44: Dann habe ich eine letzte Frage für dich Jule jenseits von all den Positionen rollen Aufgaben als Beraterin, Unternehmerin, Speakering, Podcastren und Autoren.

00:54:57: Mutter!

00:54:58: Was ist für dich persönlich ein gutes Leben?

00:55:02: Ui... ja was ist ein gutes Leben?

00:55:06: Also mir gefällt es immer und das habe ich glaube ich auch hier neu schon einmal in einer anderen Folge gesagt wenn es uns gelingt, wenn wir uns trauen, wenn we den Mut haben die Zuversicht nah an unserem selbst Und da sind wir wieder selbst ohne Egoismus zu verfallen, unser Leben zu gestalten.

00:55:29: Wenn wir viel von dem, von dem wir merken was in uns angelegt ist auch ausdrücken und ausleben können, ist das verdammt privilegiert!

00:55:38: Also wenn uns das gelingt dann ist es schon ein... ganz, ganz tolles Leben.

00:55:41: Und das kann sein was es will.

00:55:43: Das kann das familiäre Berücksichtigen, das kann darum gehen dass ich ein Mensch bin der gerne im Verbund lebt er sich immer eine große Familie gewünscht hat und das auch gerne leben möchte und jemand der sich vielleicht politisch engagieren möchte oder Vielleicht sogar noch abstrakt da jemand der Freude daran findet in der Natur sich aufzuhalten Oder da eine ganz große Verbundenheit sieht oder jemand der kreativ sehr ausdrücken mag.

00:56:11: Also wenn uns das gelingt, wenn wir da den Raum verschaffen und auch die den Mut haben, dass überhaupt mal so für uns zu erkennen was das ist dann glaube ich reden wir von sowas wie einem gelungenen Leben und Das ist eine Entwicklungsarbeit, die glaube ich auch nie aufhat.

00:56:30: Stimmt wunderbar Sehr erfüllend sehr berührend sehr authentisch es.

00:56:35: ein wunderbare schlusswort jule vielen dank.

00:56:40: Vielen Dank für deine Einsichten.

00:56:42: Eine große Freude, dich hier im Podcast zu haben!

00:56:44: Danke, liebe Simone, für die sehr wertschätzende Art, mich durch das Gespräch zu führen.

00:56:49: Danke dir sehr!

00:56:56: Ich bin Simona Deckers und das ist der The Paths of Purpose Podcast.

00:57:02: Connecte mit mir auf LinkedIn und Instagram.

00:57:05: Auch dort findest du das neueste zu Leadership & Power pur.

00:57:10: Buche dir ein Beratungsgespräch mit mir, wenn du mehr über gute Führung und Leadership wissen möchtest.

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