Positive Psychologie: Wissenschaft statt Oberflächenoptimismus - Was positive Psychologie wirklich bedeutet

Shownotes

Glück ist kein Ziel, sondern ein Nebenprodukt eines erfüllten Lebens. Diese Erkenntnis steht im Mittelpunkt eines bemerkenswert tiefgründigen Gesprächs mit Professorin Dr. Judith Mangelsdorf, Deutschlands erster Professorin für positive Psychologie.

Um das Jahr 2000 stellten Wissenschaftler fest, dass die Psychologie vierzehnmal mehr über menschliche Defizite wusste als über ein gelingendes Leben. Genau dieses Forschungsdefizit wollte die positive Psychologie schließen. Dabei ist sie alles andere als oberflächlicher Optimismus, sondern eine ernsthafte wissenschaftliche Disziplin, die sich seither als eigenständiges Fachgebiet etabliert hat.

Was macht nun ein wirklich erfülltes Leben aus? Judith erklärt Aristoteles' Eudaimonia-Konzept, Seligmans PERMA-Modell und die faszinierende Frage, ob sowohl positive als auch negative Erfahrungen gleiches Wachstumspotenzial besitzen. (Spoiler: Ja, das können sie.)

Besonders beeindruckend ist die Aussage, dass tiefe soziale Beziehungen der wichtigste Faktor für Wohlbefinden sind, wichtiger sogar als Geld oder das Kennen des eigenen Lebenssinns. Können wir also ein erfülltes Leben führen, auch ohne unsere Stärken vollständig zu kennen?

Hör jetzt rein und entdecke, welche Investition sich für Dein Leben wirklich lohnt.

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Transkript anzeigen

00:00:13: Herzlich willkommen zum The Path of Purpose Podcast.

00:00:17: Dein Podcast für Leadership, große Visionen und Persönlichkeitsentwicklung!

00:00:22: Ich bin Simona Deckers, Leadership-Advisor und Gründerin von Shanti Company.

00:00:27: Meine Mission ist es Menschen mit zeitlosen Lebens- und Erfolgsprinzipien zu empowern ihre Visionen libendig werden zu lassen und ihre Leadershippotenziale zu entfalten.

00:00:39: Leadership und persönliche Weiterentwicklung sind die Fähigkeiten, die uns Sinn erschließen, uns privat- und beruflich weiterbringen – und erfüllen.

00:00:49: Das bringt dir dieser Podcast näher!

00:00:52: Du hörst faszinierende Interviews mit Fortledern, inspirierenden Menschen, die über ihre Visionen aber auch über ihre Erfahrungen und Herausforderung in ihrem Leben sprechen.

00:01:05: Du bekommst transformierende Impulse Hörst Diskussion, die den Nerv der Zeit treffen und bekommst Antworten auf die großen Themen und Fragen von Wirtschaft und Gesellschaft.

00:01:16: Es gibt auch Solo-Folgen mit mir zu aktuellen Leadershipthemen!

00:01:20: Mit diesem Podcast möchte ich dich inspirieren, mitreißen und motivieren für ein Leadership, Innovation und Entwicklung.

00:01:28: Mach dir Notizen und stell dich auf Aha-Momente ein.

00:01:32: Teile diesen Podcast mit deinen Freunden und Kollegen – Die Welt braucht mehr gutes Leadership Den Fokus auf Lösung und Positivität.

00:01:40: Los geht's!

00:02:42: Über positive Psychologie, was ist das ganz genau?

00:02:45: jenseits von Zuckerguss?

00:02:47: Jenseits so glücklich sein?

00:02:49: zufrieden sein oberflächlichem Optimismus.

00:02:52: Worum geht

00:02:53: es wirklich bei positiver Psychologie?

00:02:57: Um die Rolle der positiven Psychologie zu verstehen, ist vielleicht wichtig, zu sagen wo sie eigentlich herkommt.

00:03:04: Ungefähr im Jahr zweitausend war es, als sich Wissenschaftlerinnen sehr stark auf den Weg gemacht haben zu fragen was weiß eigentlich die Psychologie über ein gelingendes menschliches Leben.

00:03:16: Das heißt wie viel wissen wir darüber wie Menschen Sinn finden?

00:03:20: Wie sie ihren Platz in der Welt finden?

00:03:23: Wir funktionierende Demokratien eigentlich aussehen oder was wir als Gesellschaft machen können um mehr zueinanderzufinden?

00:03:31: und Die erschreckende Wahrheit war, dass die Psychologie also das große Feld der wissenschaftlichen Forschung vierzehnmal so viel Wissen darüber hatte was die Defizite von Menschen betrifft.

00:03:44: Also zum Beispiel wie wir Psychopathologie diagnostizieren oder wie es zu Aggressionen kommt beispielsweise als wir darüber wussten was tatsächlich ein gelingendes Leben ausmacht Wie Menschen tatsächlich wertschöpfend und sinnschöpfend durchs eigene Leben gehen können was die Rolle positiver Emotionalität besteht, aber auch wie wir überhaupt Leben selbstwirksam gestalten können.

00:04:08: Das heißt das ganze Fach ist aus einem großen wissenschaftlichen Forschungsdefizit entstanden mit der Idee zu sagen sie brauchen genauso viel Wissen mindestens würde ich sagen sogar darüber wie das Glingende im Leben von Menschen und Organisationen und von Gesellschaften besser zu verstehen ist als wir eben auch brauchen zu verstehen, woher kommen Konflikte und was ist quasi das Schwierige oder Defizitäre.

00:04:34: Und vor diesem Hintergrund ist dann die Forschungsrichtung der positiven Psychologie entstanden.

00:04:40: uns war wirklich mit der großen Frage Was macht ein erfülltes und gelingendes Leben Arbeitsleben aber auch gesellschaftliches miteinander aus?

00:04:50: Wie können wir das sowohl besser verstehen als auch fördern und unterstützen?

00:04:54: Ah toll finde ich wirklich fantastisch weil da mussten wir ja Hörst du mich?

00:05:01: Ja.

00:05:01: Gut, weil da mussten wir ja vorher mehr so in die Spiritualität reingehen um das gelingende Leben zu finden oder Rezepte oder gute Tools oder Mechaniken zu finden.

00:05:18: Das finde ich toll.

00:05:18: dass gerade mit so um zwei tausend, zweitausend eins diese dieses Bestrebenaufgaben Menschen zu helfen glücklicher zu werden, sinnerfüllter zu werden finde ich ganz toll.

00:05:34: Und ich würde sagen dieses Bestreben das gab es schon an vielen Stellen vorher religiöse Gemeinschaften.

00:05:42: Aber natürlich gab es auch innerhalb zum Beispiel der Arbeits- und Organisationspsychologie oder der Sozialpsychologie oder eben auch in den großen philosophischen Fachrichtungen immer schon die Frage wo gibt es dann die Ansätze dafür Tatsächlich Erfüllung oder Gelingen beispielsweise in den Blick zu nehmen, aber sie waren einfach Ausnahmerscheinungen.

00:06:04: Das was die positive Psychologie versucht ist das quasi wirklich als einen eigenständigen Wissensbereich aufzubauen und nutzbar zu machen.

00:06:12: Super!

00:06:12: Und da bist du der erste Professorin in Deutschland.

00:06:18: Was treibt dich an?

00:06:20: Wie bist du dazu gekommen?

00:06:23: Und wie kommt es zu diesem Match?

00:06:25: Du und positive Psychologie?

00:06:28: Also ich würde sagen, als ich angefangen habe mich mit dem Fach zu beschäftigen hat mich vor allem eine Frage sehr bewegt.

00:06:36: Nämlich... Ich habe viele Menschen beobachtet im Nah- und Fernkreis die mit einer unfassbaren Leidenschaft in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern tätig waren.

00:06:47: Ob das Lehrer und Lehrerin waren oder ob das Menschen aus dem Sozialbereich war oder ob es Menschen in der Wirtschaft waren.

00:06:55: Und ich habe sehr früh zwei Sachen beobachtet nämlich zum einen dass viele von uns mit einer unfassbaren Leidenschaft und Hingabe arbeiten, und bereit sind quasi Dinge in diese Welt zu bringen.

00:07:06: Und ich habe gleichzeitig gesehen wie viele daran quasi auch verzweifeln in die Knie gehen oder nachher physisch- oder psychisch erkranken.

00:07:15: Das ist etwas was mich eigentlich ursprünglich in die Psychologie geführt hat.

00:07:17: das heißt Ich hab ja Mathematik und Musik studiert und bin mit dieser Frage unterwegs gewesen und dachte ich fange jetzt mal an Psychologie parallel zu studieren um zu verstehen, was weiß denn die Psychologie über ein gesundes und erfülltes Arbeitsleben bzw.

00:07:35: Leben?

00:07:36: Und ich habe über fünf Jahre klassisch und psychisch studiert und am Ende keine Antwort auf die Frage gehabt weil es eben wirklich keiner der Hauptfokus war oder der großen in der akademischen Psychologie.

00:07:50: und erst als ich die positive Psychologie gefunden habe bin ich tatsächlich zu dem Punkt gekommen zu sagen ja das ist dass Hier finde ich die Antworten auf die großen Fragen, die mich immer beschäftigt haben.

00:08:02: Und das führte mich dann dazu quasi nochmal positive Psychologie zu studieren und das Ganze eben auch in den deutschen Sprachraum mitzuholen – mit vielen anderen, die sich darum bemüht haben.

00:08:10: Ja toll!

00:08:11: Wirklich sehr, sehr spannend.

00:08:13: In den USA gab es das schon als Studienfach oder so als Wissenschaft und als Disziplin?

00:08:24: Gibt's da mehr Offenheit in den USA dafür?

00:08:29: Wie kommt es, dass die USA sich damit schon viel eher beschäftigt haben?

00:08:34: Das hat etwas damit zu tun wo durch Wehen die Psychologie am stärksten geprägt wurde in den unterschiedlichen Kontinenten.

00:08:43: Das heißt hier begann ja also in Europa oder speziell sogar im Deutschsprachengraum begann die psychologische Entwicklung mit einem Namen, den wir alle kennen nämlich Siegmund Freud.

00:08:54: Das heißt, wir kommen aus einer zum einen stark empirisch geprägten Psychologie natürlich dann über den Wund und andere große Forscher.

00:09:04: Aber vor allem kommen wir in vielem von dem was heute quasi so die Grundfesten der europäischen Psychologie darstellt aus dem Denken von Sigmund Freud.

00:09:15: Und Sigmond Freud war jemand der als Arzt auf psychisch erkrankte Menschen geschaut hat.

00:09:20: Das ist sein Startpunkt gewesen, die Psychologie zu verstehen und das dann quasi so zu konzeptionalisieren.

00:09:26: Dadurch kam natürlich von vornherein ein großes Maß von Defizitorientierung und auch sozusagen klinischer Ausrichtung dazu was wenn man so möchte eine Grundrichtung gelegt hat, die uns weiter davon entfernt wirklich menschliche Potenziale und dass sozusagen gute und gelingende und funktionierend in den Blick zu nehmen.

00:09:45: Demgegenüber steht eine andere Person, die wir in Europa weniger kennen.

00:09:49: Obwohl er ähnlich einflussreich war, nämlich William James.

00:09:52: Die waren ungefähr zeitgleich tätig und William James war Harvard-Professor für Psychologie und Philosophie Und er war derjenige, der gesagt hat ich sehe junge Männer, die Harvard verlassen sehr gute Stadtbedingungen ins Leben haben.

00:10:09: Die sind hochgebildet, sie haben alles was man braucht um ein gutes Leben zu führen.

00:10:13: und ich sehe aber einige denen das wirklich gelingt und andere die trotzdem wenn man so möchte am Leben scheitern.

00:10:21: Und ihnen interessierte die Frage Was macht dann das menschliche Potenzial?

00:10:25: Also war es sorg dafür dass Menschen in ihrem Elevationsprozess wirklich in ihre Kraft und in ihr Potential finden.

00:10:33: Und das legte quasi eine andere Richtung der amerikanisch geprägten Psychologie, auf der nachher später die humanistische Aufbaute und vieles andere.

00:10:42: Das wird dazu, dass sich die Kontinente sozusagen ein Stück weit unterschiedlich entwickelten und erst im Rahmen der großen auch wissenschaftlichen Globalisierung wirklich so eng ineinandergreifen, dass wir heute mehr und mehr diese auch angloamerikanischen quasi Denkweise oder Forschungsansätze heute integrieren.

00:11:02: Sehr spannend!

00:11:04: Was hat denn William James und dann auch seine Nachfolger herausgefunden?

00:11:11: Was sind die Faktoren, so mal ganz plakativ gesprochen fühlen glückliches Sinn erfülltes Leben.

00:11:19: Also früh schon die ganz frühen Philosophen begonnen mit Aristoteles zum Beispiel haben gesagt, es gibt eigentlich zwei sich so gegenüberstehende innere Modelle eines guten Lebens.

00:11:32: Also das heißt es gibt einmal die sogenannte hedonistische Wohlergehen oder hedonische Wohlergehenkorekter.

00:11:39: da geht es eben eher darum zu sagen wie kann ich mein Leben so gestalten dass ich möglichst viel positive Erfahrungen und Erlebnisse und auch Emotionen darauf vereine und möglichst wenig der kritischen negativen Herausforderenden?

00:11:54: Und das geht quasi zurück bis Aristipus von Curena, also ganz frühe philosophisches Denken und dann kaum Aristoteles uns sagte Das kann es doch nicht sein.

00:12:03: Also es kann auch nichts ein dass wir versuchen in unserem Leben möglichst widerstandsfrei zu leben und es dann irgendwie Versuchen zu genießen und hinter uns zu bringen.

00:12:11: und dann kam Aristotelis und sagt Es braucht etwas anderes nämlich den guten Geist also Eudaimonia die Idee zu sagen Wie kann ich denn ein Leben führen, was Werte geleitet oder er hat korrekt gesagt Tugend geleitet ist?

00:12:26: Mit dem Ich beitrage zum Leben anderer und mit dem ich tatsächlich einen Unterschied mache.

00:12:32: Und wie kann ich mein sein also meine Stärken und das, was ich habe zur Verfügung stellen für ein gutes Leben für alle?

00:12:39: Und das sind tatsächlich so zwei große Ideen eines guten Lebens die bis heute auch in der Wissenschaft sehr stark sind zu sagen ah Das eine ist also Die Frage danach, wie können wir möglichst viel auch positiver Erfahrung machen und das ist etwas, was hilfreich ist für Menschen.

00:12:56: Auch für persönliche Entwicklungen, für Wachstum, für Kreativität.

00:13:01: Manchmal hat man gesagt positive Emotionen braucht man das und ja evolutionspsychologisch haben die eine ganz zentrale Bedeutung.

00:13:09: und auf der anderen Seite aber die Frage von wie kann ich beitragen?

00:13:13: Was ist meine Form mich in die Welt zu bringen und zur Welt selbst beizutragen?

00:13:18: Und diese beiden großen Ansätze stehen sich quasi auch gegenüber bei deiner Frage.

00:13:22: Also, was können wir denn jeweils tun dafür?

00:13:25: Dass wir ein Stück weit mehr in dieses hedonische Leben also auch das genussvolle Leben hinein finden aber auch und vor allem Was können wir tun um stärker einen Gefühl für den eigenen Sinn und meinen Platz in der Welt zu finden?

00:13:39: Sehr sehr spannend!

00:13:40: Ich hatte auch mal irgendwo gesehen oder gelesen dass der eigene Beitrag, also ein unglaublicher Differenciator ist.

00:13:47: Also wenn wir das Gefühl haben, wir tragen bei dann ja da macht es unglaublich was aus so für unser Sinn empfinden und auch für das Gelingen des Lebens.

00:13:59: Also dass dieser Beitrag so unglaublich wichtig ist.

00:14:02: Genau!

00:14:03: Und hierbei ist aber eben auch wichtig zu verstehen, dass sich Menschen darin unterscheiden, was sie unter einem guten Leben verstehen.

00:14:10: Es gibt Menschen die wenn ich Was bedeutet ein gutes Leben für dich?

00:14:14: Sagen, ich möchte eben vor allem glücklich sein und das ist das was zählt.

00:14:19: Aber es gibt auch ganz viele Menschen die sagen ja natürlich wollen wir zufrieden sein oder vielleicht sogar glücklich im eigenen Leben.

00:14:27: aber was für mich eigentlich wichtiger ist, ist möglichst ein sinn erfülltes Leben zu führen und deshalb viel mit dem was du sagst zu tun also mit der Frage wo habe ich das Gefühl wichtig zu sein, und zwar nicht im Sinne von hoher Status oder Karriere oder so was sondern für wen bin ich wichtig in dem Leben.

00:14:46: Und wo habe ich eigentlich das Gefühl dass Ich mich einbringen kann in diese Welt?

00:14:50: Es gibt tatsächlich auch noch eine dritte Form nämlich also die neuer erforscht wurde nämlich der sogenannte psychologische leben.

00:14:57: Das heißt es gibt auch Menschen die sagen ist es für mich gar nicht so wichtig glücklich zu sein oder unbedingt beizutragen Sondern ich möchte vor allem ganz viele verschiebene Erfahrungen machen.

00:15:07: Die können schwierig sein, die können positiv sein.

00:15:10: Die müssen nicht immer sinnvoll sein.

00:15:11: aber ich möchte vor allem die Welt im Ganzen erleben und wir haben natürlich alle von allem ein bisschen.

00:15:17: Aber die meisten von uns haben eine Präferenz für ein gutes Leben Und je nachdem wo wir sozusagen primär zu Hause sind wenn wir unser leben darauf ausrichten dann erleben wir es insgesamt als erfüllte.

00:15:31: sehr spannend.

00:15:31: also es hängt von den unterschiedlichen Persönlichkeitstypen von den präferenzen ab von den werten durch die Menschen geleitet sind.

00:15:38: Also es gibt gar nicht diese, ich sag mal, die fünf Punkte für der positiven Psychologie.

00:15:44: Wenn das da ist dann ist dein Leben top.

00:15:47: also das gibt es gar nichts.

00:15:50: Natürlich haben Forscher versucht genau das zu tun was du.

00:15:55: Ja natürlich ist man dich gegangen und hat gesagt kann man eigentlich... Das sind erstmal diese Grundpräferenzen und das ist wichtig zu verstehen weil eben auch diese Säulenmodelle die Du ansprichst nicht für jeden Menschen und in jeder Situation, und nicht jede Säule für jeden klein gut wirksam ist.

00:16:12: Sondern weil die erste Frage ist was ist mein Verständnis von einem guten Leben?

00:16:17: Und was ist meine Antwort auf diese Frage?

00:16:19: und die brauchen wir quasi zuerst!

00:16:21: Und dann gibt es natürlich das was du auch angesprochen hast zu sagen Gibt es so etwas wie häufige Zugänge zu diesem guten Leben Wohlwissen?

00:16:34: Also deswegen war nicht immer so klein bisschen vor diesen vereinfachten Modellen, dass wir über sogenannte Hundert Building Blocks of Happiness haben.

00:16:41: Dass wir über hundert Faktoren haben von denen wir wissen wenn die da sind unterstützen sie wohl ergehen und wenn sie fehlen dann unterminieren Sie das Und das bekannteste Modell ist das sogenannte Permamodell von Marty Seligmann der ihm gesagt hat es gibt fünf Säulen Die für viele Menschen sehr zentral sind positive Emotionen, also genieße ich das Leben immer wieder oder habe ich Momente positiver Affektivität.

00:17:08: Dazu gehört Engagement oder Engagement im Englisch.

00:17:13: Wenn ich meine Stärken nutze, sie kann ich das wirklich mein Potenzial in diese Welt einbringen dann dass Air-Free Relationships, also Beziehungen, habe Ich erfüllte tiefe Beziehung die mich tragen.

00:17:25: Das M für Meaning der Lebenssinn den du schon angesprochen hast und das A für Accomplishment, also kann ich meine Ziele erreichen.

00:17:33: Und das ist ein Modell, das wird eben auch viel genutzt beispielsweise im Führungskontext oder auch für Unternehmen um zu sagen ah daran kann ich mich orientieren wenn ich diese Form oder diese Zugänge zu einem guten Leben unterstütze zum Beispiel als Führungskraft aber auch wenn ich mich selber im Leben frage habe ich die eigentlich?

00:17:51: Oder wovon hab ich wieviel?

00:17:53: Kann das helfen in ein erfüllteres Leben hineinzufinden Wohlwissend, dass eben nicht jede Säule für jede Person gleich wichtig ist.

00:18:01: Okay.

00:18:03: Ja, interessant!

00:18:06: Sehr spannend.

00:18:07: jetzt frag ich mich wo gibt es da Überschneidungen auch zur Resilienzforschung?

00:18:13: Ich meine wir sprechen auch sehr viel in diesen Zeiten, in Polykrisenzeiten von Resilience.

00:18:18: Gibt es da Überschneidung?

00:18:20: oder sagst du dann das sind komplett zwei unterschiedliche Felder, unterschiedliche Wissenschaften Berühren sich vielleicht, also wie stehst du dazu zu?

00:18:31: Das Verhältnis von Glücksforschung zur Resilienz.

00:18:34: Weil das bedeutet ja auch immer wieder aufzustehen und stärker weiterzumachen.

00:18:41: Tatsächlich sind die Felder gehören zueinander.

00:18:47: Die Resilience-Forschung sagt positive Psychologie ist ein Teil von uns.

00:18:53: Die Forschung der positiven Psychologie sagt Resilienza ist ein Teile von uns.

00:18:57: Aber in jedem Fall sind beide Dinge sehr eng miteinander verwandt.

00:19:04: Ich arbeite gerade an dem ersten großen Lehrbuch für das Fach und eine der sieben Großsektionen, also sozusagen die Kernfragen der positiven Psychologie ist genau dieses Thema wie gehe ich mit leidvoll herausfordernden kritischen Erfahrungen um?

00:19:22: Und was gehört eigentlich zu einer positiven Bewältigung?

00:19:26: Das ist vielleicht noch mal interessant, dass immer wenn ich gefragt werde was bedeutet dann eigentlich positiv in der positiven Psychologie.

00:19:33: Dass es die kürzeste Form das zu verstehen ist eigentlich Es geht um eine positive Entwicklung.

00:19:39: Das heißt also egal auf was oder in welcher Situation wir schauen Wir schauen immer aus der Frage heraus Was braucht eine gute Entwicklung?

00:19:48: In diesen Zeiten von Organisationen Von Gesellschaften?

00:19:53: Um diese Richtung geht es uns im Angang Und Resilienz ist insofern natürlich ein ganz zentrales Thema für uns, weil es darum geht wie können wir eine gute Entwicklung in schwierigen Zeiten beispielsweise steuern?

00:20:07: und gleichzeitig ist es so dass wenn man zum Beispiel ein erfülltes Leben führt also diese Säulen über die wir gerade gesprochen haben dann ist das ein großer Resilience Faktor.

00:20:16: Das heißt Menschen mit einem erfüllten Leben im Alltag sind viel besser in der Lage mit schwierigen Herausforderungen umzugehen und resilient zu reagieren in solchen krisenhaften oder vielleicht auch manchmal sehr erschütternden Erfahrungsbereichen?

00:20:34: Ja, jetzt stelle ich mir die Frage.

00:20:36: Ich meine du bist jetzt Professorin für positive Psychologie.

00:20:40: Wo finden wir positive Psychologien?

00:20:42: im Coaching, im Gesundheitsmanagement?

00:20:47: Wo ja wo stoße sich darauf?

00:20:52: Wir sind als Fachrichtung, wir sind ein Sonderfall weil wir sowohl in der Grundlagenforschung zu Hause sind.

00:20:58: Also erstmal zu verstehen was machen denn positive Emotionen?

00:21:02: und macht das eigentlich Unterschied wenn wir von Team-Meetings oder Krisenbezirken ausgehen?

00:21:09: ob wird uns auch darum bemühen dass Menschen in einem erstmal sozusagen positiv motivationalen Zustand zum Beispiel sind bevor wir versuchen schwierige Probleme zu lösen quasi erstmal egal ist und wieder mit den Konsequenzen leben.

00:21:24: Das heißt also, wir sind sowohl in diesem Grundlagen Anwendungsfeld zu Hause und es ist aber natürlich etwas was so existenziell ist für alle Lebensbereiche das eigentlich die Anwendung der positiven Psychologie inzwischen in allen Anwendungen Feldern der Psychologie Zuhause ist.

00:21:42: Das heisst ja dass wird stark jetzt unter Organisationsentwicklung Fragen diskutiert.

00:21:51: Das geht stark in sowas wie Führung hinein, aber wir finden es auch in ganz vielen anderen Anwendungsfeldern wie Schule, Pädagogik, Erziehung, Therapie, Coaching um nur einige davon zu nennen.

00:22:04: Das heißt also ist es inzwischen weniger eine Frage wo finden wir es überall bis hin zur politischen Ausrichtung ganzer Länder sondern eher wo ist es schon wie bekannt und wie weit etabliert?

00:22:18: Sehr spannend.

00:22:21: Du hast gesagt, seit Jahrzehntausend, zweitausendeins, ja begann so diese Forschung in Deutschland oder begannen Forscher und Menschen überhaupt sich mehr mit dem Sinn ihres Lebens oder mit Glück im Leben zu beschäftigen?

00:22:42: Jetzt ist meine Frage an dich wenn du zurückblickst die letzten zwanzig Jahre oder fünfzwanzig jahre was hat sich da getan?

00:22:51: Lebenmenschen mehr auf Stärken ausgerichtet, statt auf Defizite.

00:22:58: Ich meine wir hatten ja eine unglaubliche Geschichte anscheinend auch in Europa die defizitorientiert war.

00:23:05: begonnen mit Freude und Nachfolgern.

00:23:10: hat sich da was geändert?

00:23:14: Ja ich würde die Geschichte vielleicht noch ein bisschen weiter spannen wenn ich darf.

00:23:18: also was wichtig zu wissen ist mit der Jahrtausendwende hat sich dieses Fachgebiet quasi so als eigene Wissenschaftsdisziplin herausgegründer gebildet.

00:23:28: Natürlich haben schon viel frühere Forschende, zum Beispiel der humanistischen Psychologie Abraham Maslow, den man ja sehr gut kennt, er hat übrigens auch den Begriff geprägt oder Vertreter der Logotherapie und Existenz also Viktor Frankel.

00:23:43: das sind keine neuen Ideen.

00:23:45: es ist tatsächlich eher so dass zum ersten Mal dieses Bö, dieses Wissen in dieser Massivität gebündelt wurde und versucht wurde es auch noch stärker als vorher wirklich in die empirische Wissenschaft zu bringen.

00:23:58: Und was wir sehen ist das sich... Das Fach- und das Wissenumsfach wirklich deutlich verändert hat.

00:24:06: Das heißt, wir haben jetzt inzwischen... Wir sind am schnellsten wachsende Wissenschaftsbereich der gesamten Psychologie.

00:24:12: also ne?

00:24:13: Es gibt eine große Nachfrage danach Und wir sehen auch, dass natürlich mehr und mehr Anwendungsfelder anfangen das wirklich zu implementieren.

00:24:22: Das heißt, dass es inzwischen weltweit politische Entscheidungsprozesse gibt die danach ausgerichtet werden.

00:24:28: nicht nur was ist das?

00:24:29: Die größte Steigerung vom Bruttoinlandsprodukt sondern auch wie können wir tatsächlich also sogenannte Wellbees der Well-Being Indexes.

00:24:37: Das heisst welche politischen Entscheidungen führen zu dem höchsten Lebensqualität der Mensch bei einem Land?

00:24:43: Versus nur zu fragen, was macht uns als Volkswirtschaft zum Beispiel reicher?

00:24:47: Das heißt wir sehen Veränderungsprozesse auch in der Etablierung das immer mehr unternehmen.

00:24:53: Dass mitdenken.

00:24:55: und man muss gleichzeitig sagen dass die Psychologie oder die positive Psychologie hat lange sehr individual psychologisch gedacht.

00:25:02: also wie kann ich dich befähigen?

00:25:05: Das eigene Leben anders und besser in die Hand zu nehmen?

00:25:08: Und es ist erst eine Entwicklung der letzt nicht würde mal sagen zehn Jahre, wenn überhaupt in der man viel stärker sagt wir müssen systemisch denken.

00:25:19: Wir müssen ganze Gesellschaften denken nicht nur individuell in der Gesellschaft oder wir müssen ganze Organisationen in ihren Strukturen und Prozessen anschauen Nicht nur einzelne Führungskräfte befegen Wenn wir wirklich nachhaltige Veränderungsprozesse sehen wollen.

00:25:34: also das heißt dass Wissen ist massiv angestiegen aus dem wir schöpfen können Und auch das wissen über was es funktional Und zeitgleich sind.

00:25:42: wir immer noch in einer Entwicklung, wo es wirklich darum geht.

00:25:45: Wie können wir jetzt nicht nur auf individueller Ebene Menschen besser ins Leben bringen sondern wie können wir wirklich gesamtgesellschaftlich oder gesamtorganisational denken um hier einen größeren Unterschied zu machen?

00:25:59: Würdest du sagen dass das Bedürfnis glücklicher sein zu wollen generell gestiegen ist zumindest in Deutschland oder Europa oder in der westlichen Welt?

00:26:08: also wenn wir da kommen ja auch schon mal auf Maslow Schauen, der sagt wenn bestimmte Bedürfnisse erreicht sind kommt irgendwann das der Wunsch nach nach Potenzialentfaltung.

00:26:22: Kann man da sagen okay wir sind an so einer bestimmten Schwelle wo es einfach für viele ganz wichtig wird nicht nur durchs Leben zu kommen bestimmte bedürfnis abzusichern Grundbedürfnisse zu befriedigen sondern mehr zu wollen.

00:26:38: Ja Ich weiß, wo du hin willst und es ist eine spannende Frage.

00:26:44: Und ich glaube das wäre zu leicht aber ich vergrüße mal zu greifen.

00:26:48: Also Brasslos Grundidee war ja zu sagen Es gibt Defizitbedürfnisse und es gibt Wachstumsbedürfe.

00:26:55: und solange die Defizite Bedürfnisse sehr stark sind, ist es schwieriger.

00:27:00: nicht dass sie sonst nicht da sind später kommt.

00:27:03: Aber ist es schwierig wirklich in diese Wachsungsbedürfeness hineinzukommen?

00:27:09: Und natürlich ist die Frage von einem Leben, das nicht nur Überleben heißt.

00:27:15: Eine Frage einer Gesellschaft der es in den Grundfesten gut genug geht, sag ich mal.

00:27:23: Das heißt also wenn ich vor allem sehen muss genug Geld zu verdienen um morgen meine Kinder zu ernähren dann ist die frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens ziemlich konkret beantwortet und diese Möglichkeit für für den freien Geist sozusagen, sich zu entfalten oder auch beizutragen natürlich anders als wenn ich aus dem vollen Defizit schöpfe.

00:27:50: Das ist mit Sicherheit so.

00:27:51: das heißt also dass wir uns heute als Gesellschaft die Frage nach mehr Gerechtigkeit und Füreinander usw.

00:27:57: stellen können ist auch dem geschuldet, ne?

00:28:00: Dass wir nicht in Zeiten akuten Krieges in unserem eigenen Land zum Beispiel leben.

00:28:07: Und gleichzeitig Und das ist nochmal wichtig zu verstehen, ist ja dieses menschliche Streben nach Glück.

00:28:15: Nichts dass uns jetzt sozusagen kulturell octruiert wurde auch wenn es mit Sicherheit jetzt kultureller stärkt wird sondern etwas was ein evolutionspsychologisch tief in uns verankertes gut ist.

00:28:30: und sind wir noch mal so bei der Rolle von positiven Emotionen beispielsweise?

00:28:33: ganz lange war klar wofür sind negative?

00:28:36: Emotionsgut Angst ermöglicht, überleben.

00:28:40: Ekel macht das wir nichts essen was uns potenziell umbringt.

00:28:43: Das heißt bei negativer Affektivitätgins geht es ganz häufig ums Überleben.

00:28:48: immer wenn wir die Frage stellen nach positiven Emotionen dann stellen wir die frage nach Wachstum und Entwicklung in dem moment wo's uns gutgeht.

00:28:56: in dem Moment wo wir glücklich sind verändert sich unsere Möglichkeit mit der Welt in Kontakt zu treten sind wir kreativer können neue Probleme oder neue Lösungen für alte Probleme schaffen, das heißt unser Denken fühlen und Handeln verändert sich.

00:29:12: Und zwar in eine Maße dass man heute wissenschaftlich bis auf Überlebenswahrscheinlichkeit zurückführen kann.

00:29:18: Das heißt also ganz viel unseres menschlichen Ressourcenaufbaus und unserer Weiterentwicklung des menschliche Seins ist nur über die Erfahrung von Glück in diese Maße möglich.

00:29:29: Und insofern würde ich sagen, glücklich das Streben danach glücklich zu sein um uns zu entwickeln ist und ganz sprichwörtlich in die Wiege gelegt.

00:29:37: Das was vielleicht der Unterschied ist, dass uns heute häufig suggeriert wird, das glücklich so etwas wie ein gesellschaftliches Ideal ist und dass wir ihm das nicht gelingt quasi eigentlich ein Stück weit versagt hat.

00:29:51: Da würde ich immer sagen, dass es hoch riskant weil Glück ist das Nebenprodukt eines erfüllten Lebens aber niemals sein Ziel

00:30:00: Spannend.

00:30:02: Judith, du hast auch geforscht zu Wachstum nach einschneidenden Lebensereignissen oder traumatischen Ereignissen?

00:30:10: Was sind so einschneebende positive und negative Lebenserreignisse die du gesehen hast?

00:30:18: Kann man die irgendwie klasstern?

00:30:21: Genau!

00:30:21: Also prinzipiell muss man unterscheiden dass Natürlich, wir so große Ereignisse anschauen können.

00:30:29: Wir haben das vor einigen Jahren auch mal wirklich von Menschen raten lassen und zum Beispiel zu den schwersten Erfahrungen des eigenen Lebens gehört beispielsweise der Tod des eigenen Kindes oder auch Partners oder Partnerin beispielsweise.

00:30:43: aber auch so etwas wie die Diagnose einer schweren Krankheit kann natürlich sehr lebenserschütternd sein.

00:30:50: Und auf der anderen Seite haben wir Erfahrungen, wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder Falling in Love.

00:30:58: Also, ihr hätten zu finden, wer wirklich die große Liebe meines Lebens ist oder eine Antwort auf wofür möchte ich denn in dieser Welt da sein?

00:31:07: Zu finden.

00:31:08: also auch das hat großes Potenzial für menschliches Wachstum.

00:31:12: Ich finde aber immer ganz wichtig dazu zu sagen dass manchmal sehr kleine vermeintlich kleine Erfahrungen auf der einen oder auf der anderen Seite ebenfalls zu großen Erschütterungen führen können und Erschüterung, die uns zum einen wirklich das Leben sehr schwer machen können.

00:31:28: Oder das Weiterleben sehr schwermachen können aber auf der Anderen Seite auch das größte Potenzial für menschliche Veränderung werden.

00:31:36: Ja spannend!

00:31:39: Und wie äußern sich beschleunigte Reifungsprozesse?

00:31:47: Du hattest auch dazu geforscht wie Menschen sich dann entwickeln durch diese Lebensereignisse.

00:31:55: Wie äußert sich das?

00:31:58: Ich bin gespannt, also

00:32:00: im

00:32:00: Gegensatz zu einfach nur vielleicht ein Leben mit dem man fertig wird oder einen Leben mit den man sich abgefunden hat oder was man optimiert hat oder so.

00:32:12: Woran erkennt man?

00:32:14: dass man wirklich so nach einem Prozess, also

00:32:17: ein Wachstumsprozess

00:32:18: durchlaufen hat?

00:32:21: Was zentral ist es zu verstehen, dass es unterschiedlichste Wege gibt sich als Mensch zu entwickeln und zwei der also großen sozusagen positiven Entwicklungsrichtungen sind einmal Reifung und Wachstum.

00:32:33: Und das nicht das gleiche.

00:32:35: Reifunk ist wenn ich beispielsweise eine neue Rolle bekleide Also Ich werde Eltern oder ich werde Führungskraft oder auch ich gehe beispielsweise in Rente und plötzlich verändert sich mein Umfeld in dem, was es von mir als Mensch fordert.

00:32:53: Naja also plötzlich ist ein kleiner Mensch da der nachts um drei sagt so jetzt aber und zwar egal wie's dir geht Und das sind die Situationen in denen uns das Leben

00:33:03: fordert

00:33:04: uns an diese neue Situation anzupassen.

00:33:07: und jeder der schon mal So einen größeren Sprung gemacht hat in seinem leben eine neue berufliche Rolle oder eine neue private Hat wahrscheinlich die Erfahrung gemacht dass mich diese Erfahrung ein Stück weit ändert, weil ich mich an eine neue Situation adaptiere.

00:33:21: Ich werde vielleicht zuverlässiger dadurch oder getiefer in den Kontakt zum

00:33:27: Beispiel.".

00:33:28: Und das nennen wir Reifung, weil es einfach eine strukturelle Anpassung ist ans Leben und mit der Zeit werden wir dann z.B.

00:33:35: sozial kompatibler.

00:33:36: die meisten von uns... ...und das sind quasi ganz normale Entwicklungsprozesse wenn man so möchte!

00:33:41: Von Wachstum sprechen wir in der positiven Psychologie dann wenn es einen stark beschleunigten Entwicklungsprozess gibt, durch eine Erfahrung die quasi so fern ist von allem was ich bisher erlebt habe.

00:33:53: Dass ich mich nicht nur einfach adaptieren kann sondern ein Stück weit mich in dieser Welt quasi neu finden muss und also ein klassisches Beispiel ist wenn jemand der zum Beispiel Berufsmusiker war und sich plötzlich die Hand bricht und nicht mehr spielen kann ja und ein großer Teil meiner Identität oder dessen, was mich im Leben ausgemacht hat verloren geht und die jetzt gefordert bin neue Antworten darauf zu finden.

00:34:20: Wer bin ich?

00:34:20: Und was will ich mit meinem Leben eigentlich

00:34:21: tun?".

00:34:23: Das sind quasi diese

00:34:24: Situation!

00:34:25: Was wir gefunden haben oder natürlich auch viele Forschende weltweit in diesem Bereich ist dass Menschen dann in sehr kurzer Zeit manchmal sprunghaft in Entwicklungsprozesse gehen.

00:34:38: Ein klassisches Beispiel dafür ist eine deutlich erhöhte Wertschätzung dem Leben selbst gegenüber.

00:34:43: Also bis hierhin bin ich einfach froh durchleben und jetzt, wo ich zum ersten Mal eine Diagnose die auch hätte terminalenden können hinter mich gebracht habe, wache ich jeden Morgen auf mit der Frage es ist mir ein neuer Tag geschenkt was will ich hier wirklich tun?

00:34:58: Auf diesen Bitten!

00:35:00: Dazu gehören ganz häufig tiefere soziale Beziehung das heißt dass Menschen viel mehr Zeit und Intensität in ihre sozialen Kontakte stecken als in Dinge, die eigentlich im Zweifelsfall nachrangig sind wie berufliche Themen oder andere Dinge mit denen wir vielleicht sonst unsere Zeit so zu bringen.

00:35:20: Dazu gehört auch so etwas wie mehr Sinn im Leben und manchmal auch du hast ja vorhin das Thema Spiritualität angesprochen ein anderes Gewahrsein dafür dass ich heil von etwas größerem Ganzen bin und was dann dieses größere Ganze zum Beispiel ist.

00:35:35: Viele entwickeln ein deutlich höheres Maß im Gewahrsein und aber auch in der Nutzung ihrer eigenen Stärken.

00:35:42: Also plötzlich habe ich eine Antwort darauf, was macht mich wirklich aus?

00:35:46: Wer bin ich eigentlich und was will ich in diese Welt

00:35:48: bringen?".

00:35:49: Und so gibt es quasi eine ganze Reihe von Dingen, in denen sich Menschen dann so sprünghaft verändern weil uns das Leben einmal so erschüttert hat dass wir uns darin wirklich quasi ein neues Haus der Identität oder unseres eigenen Lebens bauen müssen.

00:36:05: Sehr, sehr spannend!

00:36:07: Würdest du sagen das wenn das geschieht?

00:36:11: Dass dann auch Selbstreflektion mit im Spiel ist?

00:36:14: oder kommt es irgendwie automatisch wie?

00:36:17: welche Rolle hat Selbstreflexion in diesen Wachstums- oder Reifungsprozessen und auch in der positiven Psychologie

00:36:25: generell?

00:36:25: eine sehr große, denn viele Prozesse werden erst dadurch möglich oder auch erfahrbar bzw.

00:36:32: ja für uns auch können wir überhaupt nur darüber berichten wenn wir ein Gewahrsein dieser Veränderung haben.

00:36:40: und gerade im Kontext der Wachstumsforschung ist es zum Beispiel so Wir haben ja auch unterschiedliche Faktoren untersucht.

00:36:45: was hilft Menschen dann?

00:36:47: Wenn sie vom Leben Im guten oder im schlechten so erschüttert wurden in solche wachstumprozesse zu finden?

00:36:53: Und einer dieser Faktoren ist beispielsweise Sinnschöpfung.

00:36:57: Also das heißt nicht nur zu sagen, ich habe das jetzt überlebt sondern wirklich zumindest nach einiger Zeit die Vergangenen ist die Frage zu stellen und wofür war es gut?

00:37:06: Was habe ich daraus gelernt?

00:37:08: Wo finde ich mich neu in dieser Welt wieder?

00:37:12: Und gerade diese Form von Reflexion macht einen sehr positiven Unterschied.

00:37:18: Und hier ist aber wichtig zu unterscheiden, es gibt ja das was wir im englischen Romination also grübeln bezeichnen.

00:37:25: Also warum musste mir das passieren?

00:37:28: Was habe ich falsch gemacht damit ich heute mit einer Krebsdiagnose-Darsetze beispielsweise?

00:37:34: diese Form von Reflexion ist nicht hilfreich!

00:37:36: Das heißt also es ist nicht allgemein Selbstreflektion obwohl sie ein notwendiger Teil ist sondern es ist vor allem Selbstreflexion Die versucht, wenn man so möchte diese innere Erschütterung.

00:37:48: Ich arbeite immer ganz gerne mit dem Bild vom inneren Erdbeben zu einem neuen für uns logischen Haus oder einer neuen Für uns schlüssigen Stadt, inneren Stadt zusammenzusetzen.

00:38:02: Spannend!

00:38:05: Siehst du das Menschen dann automatisch in diese Selbstreflektion

00:38:11: gehen?

00:38:12: oder brauchen sie diese inneren Erdbeben und der Schütterung, damit das passiert?

00:38:17: Oder siehst du vielleicht sogar auch Widerstand gegen Selbstreflexion.

00:38:21: Oh jetzt muss ich mich mit mir beschäftigen!

00:38:23: Wie ist da deine Erfahrung?

00:38:27: Ich denke alles davon gibt es also.

00:38:29: prinzipiell unterscheiden wir uns natürlich als Menschen in unserer Leidenschaft uns mit uns selbst auseinanderzusetzen Und prinzipial ist dabei auch wichtig dass es hier auch niemals um ein Ideal geht.

00:38:43: Das heißt also, ne?

00:38:45: Es gibt genug Menschen die sich leidenschaftlich gern mit sich selbst auseinandersetzen und das EPI-Zentrum ihrer eigenen Bewegung ihres Lebens sind.

00:38:56: Und das ist in vielen Fällen auch nicht besonders hilfreich sowohl für das eigene Wohlergehen als auch wenn wir wohl agieren als etwas verstehen was alle Menschen betrifft.

00:39:06: Naja...und es ist häufig hilfreicher die Frage zu stellen, was kann ich aus dieser Bewegung für andere auch tun als nur sozusagen mit mir selber im Kontext zu sein.

00:39:18: Also insofern auch hier so ein Differenzierblick.

00:39:22: und natürlich ist es auch so dass gerade wenn wir auf sehr schwere Erfahrungen schauen Es immer ein balanciertes Maß braucht von.

00:39:30: Ich setze mich mit dem eigenen Schmerz auseinander Und gleichzeitig wende ich mich auch dem Leben zu.

00:39:38: das ist ja vielleicht einer der größten Ausforderungen.

00:39:40: Und nicht jede innere Erschütterung braucht, dass ich mich primär mir zuwende und einige davon sind aber auch so groß das das alleine zu tun vielleicht nicht unbedingt eine gute Idee ist.

00:39:54: also dafür ist ja beispielsweise psychotherapeutische Begleitung auch da Dass ich in ein Reflexionsprozess komme der diese Integration ermöglicht Aber dass ihn nicht allein machen muss.

00:40:08: gerade so konstruktive Selbstreflexion ein großer Treiber für gute Entwicklungsprozesse und gleichzeitig nicht immer angebracht, nicht jedem allein möglich.

00:40:22: Und auch nicht in jeder Situation hilfreich.

00:40:24: Und schön finde ich.

00:40:25: dazu zum Beispiel Mojti Siligmann hat mal auf die Frage was ist das?

00:40:33: Was jemand im am meisten hilft der Akut in der Krise ist geantwortet Go out and help someone else.

00:40:40: Also, geh nach draußen und kümmere dich um jemand Anderen weil es eben gerade dieses manchmal auch wegzugehen vom eigenen Leid zu merken Ich kann mich verbinden mit anderen und ich kann das leid anderer minimieren Effektiver ist als zu sagen warum musste mir das passieren?

00:40:58: Toll Du forscht jetzt so Glück Und Resilienz alles miteinander verbunden.

00:41:07: haben wir gehört Sollte es dieses Wissen auch als Schulfach geben?

00:41:13: Achtsamkeit, Meditation, Empathie, Glück.

00:41:17: Also ich glaube das ist ein Riesengeschenk wäre wenn wir Kindern frühzeitig beibringen wie sie wirklich tiefe Beziehungen und Freundschaften spielen können Wie Emotionsregulation funktioniert Und was sie für sich und für ihre Klassenkameraden tun können

00:41:37: um

00:41:38: einfach mit dieser sehr herausfordernden, unfassbar schnellen digitalen und so ein bisschen der Natur entfremdeten Welt einen Umgang zu finden.

00:41:49: Und ich glaube auch wir müssen das wenn wir nicht weiter zugucken wollen wie immer mehr Kinder frühzeitig psychisch erkranken.

00:41:59: Es gibt ja das Schulfach Glück in Deutschland und gleichzeitig würde ich immer infrage stellen ob es ein einzelnes Schulfach sein kann und sollte oder ob das unsere beste Antwort ist, oder ob es nicht darum ginge dass wir versuchen Schule zu denken.

00:42:15: Dass wir die Frage stellen müssten Kinder sich nicht jeden Tag in der Schule ausreichend bewegen und zwar dementsprechend wie wir physisch aufgestellt sind im Leben.

00:42:25: Müßte nicht Schule so gedacht werden, dass wir uns Gedanken darum machen Wie schaffen wir wirklich gute Beziehungen?

00:42:33: Und wie vermitteln wir so etwas wie das funktioniert Und zwar nicht nur im Rahmen eines einzelnen Unterrichtsfaches, sondern wirklich... ...im Gesamtsystem Schule.

00:42:44: Insofern bin ich eine große Vertreterin davon zu sagen, wie sollten das in der Schule vermitteln?

00:42:50: Auch gerade weil die Kinder, die das am allermeisten brauchen, im Allgemeinen kein Elternhaus haben was das könnte und das ist ja sozusagen die Kinder die sowieso gut aufgestellt sind und Eltern haben die das können, die bräuchten es weniger als die, die wirklich auch Gewalt und Vernachlässigung und emotionale Vernachlässigungen beispielsweise erleben.

00:43:13: Und gleichzeitig denke ich es braucht ganzheitlichere Antworten in der Schule als einzelne hoch engagierte Lehrer oder ein eine sehr privilegierte Schulen, die das Schulfach Glück bei sich beherbergen.

00:43:30: Jetzt haben wir Glück so als Kontrast zu Leid- oder Schmerz.

00:43:38: Warum aus deiner Forschungsperspektive heraus, warum wachsen oder reifen die meisten Menschen durch Leid am meisten?

00:43:50: Und nicht viel Glück.

00:43:52: Das ist eine schöne Frage und die Antwort heißt das ist gar nicht so.

00:43:57: Also eine unserer ganz großen Forschungsfragen – und es ist ja total schön dass du das fragst weil ich glaube alle allermeisten Menschen haben dieses Gefühl Und eine unserer größten Forschungsfragen war, dass growth requires suffering.

00:44:12: Also braucht Wachstum das Erleben von Leid?

00:44:16: Es sind gerade die Momente wo wir am meisten herausgefordert sind vom Leben, die uns in diese sozusagen beschleunigten Entwicklungsprozesse führen.

00:44:26: und die Antwort heißt – und das haben wir in einer der größten weltweiten Lenkschnittstudien oder metaanalytischen Lenkschnitzstudien untersucht Das Potenzial für menschliches Wachstum nach Einschneiden positiven und negativen Erlebnissen ist gleich hoch.

00:44:45: Es ist also quasi gar nicht so sehr die Valenz des Ereignisses, also ob ich was ganz Schlimmes oder ganz Wunderbares erlebe, die darüber entscheidet sondern es ist vor allem dass sich eine Erfahrung mache, die so fern meiner bisherigen Lebens- und Erlebenswirklichkeit liegt das ich substanziell herausgefordert bin Antworten darauf zu finden, wie ich diese neue Erfahrung integriere.

00:45:09: Und das kann auch sein wenn ich mich für einen vollkommen... Also nicht so die Menschen sozusagen erachte und plötzlich kommt da jemand der mich offensichtlich aufrichtig und aus ganzem Herzen liebt.

00:45:24: Das kann mich genauso wirklich herausfordern in meinem menschlichen Sein Wie wenn Ich Die Erfahrungen von Missbrauch oder Gewalt Machen.

00:45:34: Und insofern ist die gute Nachricht, man braucht keine existenziellen Traumata um Wachstum zu erleben.

00:45:43: Sondern eher wirklich eine sehr bewusste Auseinandersetzung mit dem was mir das Leben anträgt was dazu führt dass ich in diese Veränderungsprozesse gehen kann.

00:45:53: Ah spannend!

00:45:54: Sehr, sehr spannend.

00:45:55: da legt sich bei mir so ein Schalter rum weil ich bisher auch davon ausgegangen war dass es das Leid war oder die schwierigen

00:46:03: Krisenzeiten,

00:46:04: die das größte Wachstum ermöglichen.

00:46:06: Ganz toll finde ich.

00:46:07: super!

00:46:08: Kommen wir aber nochmal kurz auf so schwierige Situationen, auf Krisen zurück... Was unterscheidet Menschen?

00:46:18: Die daran zerbrechen einen so schwierigen krisenhaften Situation und Menschen, die

00:46:24: weitergehen

00:46:25: und daran wachsen gestärkt daraus hervorgehen.

00:46:30: Ich meine wie haben das in der Resilienzworschung?

00:46:33: Aber was ist so, was siehst du mit deinem Blick als Glücksforscher an?

00:46:39: Genau.

00:46:39: Ich würde gerne also sowas schon die Brücke geflogen in der Regionsforschung.

00:46:46: Es gibt drei Dinge, die Menschen generell unterstützen.

00:46:49: Also es gibt mehr.

00:46:50: aber es gibt so drei ganz zentrale, die menschengenerell daran unterstützen im Wachstum zu finden.

00:46:55: und bevor ich die drei teile

00:46:58: So

00:46:58: wer hinweist darauf

00:47:00: dass es nicht?

00:47:01: ne es gibt nicht die Menschen, das haben wir lange gedacht.

00:47:05: So wie es ja zum Teil auch in der Resilienzforschung, die gibt von Es gibt so etwas wie resiliente Personen, sondern es ist immer eine Wechselwirkung zwischen Situation und Person.

00:47:17: Das heißt manchmal gelingt es mir auf eine sehr schwierige Situation zu reagieren und Resilience zu bleiben.

00:47:24: Manchmal gelingt mir das nicht und interessanterweise sind Resiliens- und Wachstum gehen sehr selten Hand in Hand.

00:47:31: Das heißt, wenn es mir gelingt, resilient durch eine Situation zu gehen.

00:47:35: Also hochfunktional zu bleiben, mich schnell zu adaptieren, wenig massive Erschütterung zu erleben... Dann erlebe ich im Allgemeinen kein Wachstum danach?

00:47:47: Sondern habe die Situation gut bewältigt.

00:47:51: versus das Wenn ich quasi nicht einfach weitergehen kann, dass was du meintest, sondern wirklich so substanziell erschüttert werde dann ist das Sowohl die Möglichkeit, dass mich das wirklich zum Beispiel auch in Richtung von der posttraumatischen Belastungsstörung treibt als auch in richtung von Wachstum.

00:48:09: Also das ist erstmal wichtig zu unterscheiden, dass es sowohl ein dynamischer Prozess ist ja einfach nicht immer ich kann nicht sagen Ich bin die, die immer wächst sozusagen sondern Das ist wirklich von einer Situation abhängig und Dass Es eine sehr dynamische Entwicklung ist.

00:48:27: Und gleichzeitig gibt es Faktoren, die es wahrscheinlich machen.

00:48:31: Der Allerstärkste davon sind tiefe soziale Beziehungen.

00:48:36: Also Menschen, die durch sehr herausfordernde Situationen gehen aber andere an ihrer Seite haben ob privat oder professionell, die mit ihnen gehen und helfen quasi diese Situation

00:48:49: zu

00:48:49: verarbeiten, zu bearbeiten, die emotional da sind, der uns halt geben.

00:48:54: Das ist nicht nur einer der größten Resilienzfaktoren, das ist auch eine der größte Faktoren für posttraumatisches Wachstum zum Beispiel.

00:49:03: Das zweite ist und es ein bisschen kontraintuitiv gerade wenn wir über Krisen sprechen die Anwesenheit positiver Emotionen.

00:49:11: Das heißt also auch in sehr herausfordernden Situation zumindest punktuell immer wieder auftauchen zu können so sagen okay hier kann ich Ja, du in der Sonne genießen.

00:49:24: Ich kann auch mal mit Freunden lachen, auch wenn es vielleicht Galgenhumor ist, während wir zusammen im Krankenhaus sitzen.

00:49:30: Aber diese kurzen Momente positiver Affektivität sorgen dafür, dass wir anders verarbeiten können und dass wir dadurch quasi eine größere Chance haben, auch in so etwas wie Wachstumsprozesse zu gehen.

00:49:45: Und der Letzte, über den wir vorhin kurz gesprochen haben nämlich das Thema Sinnstiftung.

00:49:51: Also, das heißt wir sehen bei Menschen die zu posttraumatischem Wachstum dann zum Beispiel Neigen.

00:49:58: Dass sie in der Lage sind auch aus den schweren Erfahrungen Sinn zu schöpfen und zwar entweder indem Sie es tatsächlich ins eigene Lebensnarrativ integrieren im Sinne von A, ne?

00:50:09: Ich bin heute viel bewusster dem eigenen Leben gegenüber oder habe neue Prioritäten, neue Werte beispielsweise oder selbst wenn ich sage nicht für mich was wirklich einfach nur Furchtbar und es hat so nichts beigetragen außer zu meinem Leid, dass es ihnen gelingt das nutzbar für andere zu machen.

00:50:28: Also zum Beispiel indem sie dann sich ehrenamtlich engagieren in dem ähnlichen Feld oder indem Sie dann für andere anders da sein können und darüber Sinn schöpfen aus den Gewesenen.

00:50:40: Und wenn alle drei Dinge zusammenkommen, dann sehen wir sehr häufig das Menschen in Richtung von Wachstumsprozessentendien.

00:50:47: Sehr spannend!

00:50:49: Jetzt leben wir in einer Zeit von Multikrisen.

00:50:53: Wie siehst du, hat sich die Gesellschaft seit Covid verändert?

00:50:59: Liebe weltigen Menschen diese Krisen!

00:51:05: Ich muss funzeln weil tatsächlich immer eine der Sätze mit denen ich gerne im Moment Vorträge und so weiter über das Thema beginne ist zu sagen Wir leben heute nicht in einer krisenhaften Zeit Und dann gucken alle erst Und tatsächlich finde ich das aber einen wichtigen Teil zu verstehen.

00:51:25: Wenn wir unsere Großeltern, wenn wir unsere großen Eltern, wenn sie in der Krise haben, dann hätten uns andere Geschichten erzählt von was es bedeutet eine in einer krisenhaften Zeit zu leben und ohne kleinzureden wird Kriege gesellschaftliche Polarisation und eine massiv drohende Klimakrise gibt, die im Raum steht.

00:51:59: Finde ich es sehr wichtig dass wir nicht in einen Narrativ fallen indem wir das Gefühl haben uns geht es so viel schlechter als allen vorher weil das ist nicht alle Situation.

00:52:13: Und der Unterschied hier ist vor allem deswegen so zentral Weil das natürlich stark getrieben ist durch mediale Abdeckung, was wird uns erzählt?

00:52:23: Durch Social Media auch durch Nachrichtenberichterstattungen.

00:52:27: Die ja nicht versucht ein differenziertes Bild zu malen sondern die Versucht möglich viel Aufmerksamkeit zu erzeugen.

00:52:34: Das heißt also wichtig ist erstmal dass wir wenn wir uns wirklich Forschungsarbeiten anschauen Die über die letzten zweihundert Jahre fragen, wie steht es um Kindersterblichkeit?

00:52:45: Alphabetisierungsrate.

00:52:47: Selbstdemokratin weltweit – also wie viele Menschen leben weltweit in Demokratien?

00:52:52: – dann sehen wir bei fast allen diesen Indikatoren von gesellschaftlicher Entwicklung in großen Teilen eine sehr positive Tendenz über die letzte Jahrzehnte.

00:53:05: und das würde ich gerne vorneweg würdigen Vor mir auf die kritischen Geschichten, die wir natürlich auch sehen schauen nämlich zu wissen und sagen Ja es gibt kriegerische Auseinandersetzung.

00:53:19: Aber sie sind deutlich seltener geworden als das zum Beispiel in der Mitte des letzten Jahrhunderts der Fall war.

00:53:27: Und gleiches gilt auch für ganz viele andere Indikatoren eines guten Lebens.

00:53:32: Und gleichzeitig ist es natürlich so dass wir und da gibt es tolle Daten zb aus dem World Happiness Report, also der weltweit größten Erhebung menschlichen Wohlergehens über alle Länder hinweg.

00:53:43: Dass wir natürlich Dinge sehen die uns auch beunruhigen und ich würde sagen der zentralste davon ist die Zunahme gesellschaftlicher Ungerechtigkeit uns da primär in einem Zugang zum guten Leben.

00:53:57: Also die Forschenden des World Happiness Reports haben schon vor fünfzehn Jahren ungefähr gewarnt und gesagt Wir sehen gerade dass die Spaltung innerhalb einer Gesellschaft, also zum Beispiel wir innerhalb Deutschlands.

00:54:12: Auseinander geht in dem wie viele Menschen auf einer Skala von null bis zehn sagen mein Leben ist eigentlich total gut und ich bin irgendwie bei ... oder so.

00:54:22: und denen die sagen Ich führe im gleichen Land ein Leben mit dem ich eigentlich nicht zufrieden werden kann Und das ist ganz interessant dass sozusagen große gesellschaftliche Probleme sind weniger darauf Zuhause wenn es uns allen schlecht geht oder wenn es uns allen gut geht, sondern ganz viel von dem auch was wir jetzt an politischer Polarisationen erleben kommt aus diesem Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich.

00:54:48: Und damit vor allem in der Lebenszufriedenheit weil ich sehe in meinem Land könnte man wirklich ein total gutes Leben führen aber ich werde zum Beispiel politisch nicht gesehen oder ausgeschlossen oder bin nicht wichtig.

00:55:00: Und dass dieses Auseinander gehen der großen gesellschaftlichen Schere ist quasi eines der Hauptübel hinter ganz vielen der kritischen politischen Entwicklungen, die wir jetzt sehen.

00:55:13: Und eigentlich ist das was wir jetzt sozusagen deutlich mehr bräuchten wirklich die Frage nach mehr sozialer und gesellschaftlicher Gerechtigkeit zu stellen wenn ihr wollen dass die Gesellschaft wieder aufeinander zustitt voneinander wegläuft.

00:55:27: Spannend!

00:55:28: Ich habe meine letzte Frage jetzt für dich Judith Was ist?

00:55:32: Was wünscht du dir für die Zukunft?

00:55:34: oder was möchtest du als Message weitergeben?

00:55:36: Vielleicht

00:55:41: etwas, was sehr in die Richtung geht dessen, was wir gerade besprochen haben.

00:55:45: Wenn wir uns anschauen – also wir hatten ja heute oft die Resilienzforschung mit im Raum und andere Bereiche – wenn wir fragen, was ist eigentlich die stärkste Quelle eines erfüllten Lebens?

00:55:56: Was hilft Menschen am meisten durch Krisenzeiten gut zu kommen?

00:56:01: Was ist der größte Faktor der Resilience unterstützt?

00:56:05: dann landen wir immer wieder bei dem von echten tragenden, tiefen Beziehung.

00:56:13: Kann ich ohne ein hohes Maß positiver Affektivität leben?

00:56:17: Jo!

00:56:18: Wie wir in Fachfrage sagen... Ist es möglich keine so richtig gute Antwort auf den eigenen Lebenssinn zu haben oder die eigenen Stärken vielleicht weniger zu kennen und trotzdem ein gutes Leben zu führen?

00:56:32: Und die Antwort würde im Allgemeinen heißen, ja das sind alles Faktoren.

00:56:36: Aber ich kann auch relativ gut durchs Leben gehen wenn ich vielleicht dieses Bewusstsein nicht habe.

00:56:45: Das eine was eigentlich fühlt wirklich alle allermeisten Menschen der zentralste Punkt ist ist wirklich erfüllte Beziehung am Arbeitsplatz im Privatleben was auch immer das heißt und gesellschaftlich ist es genauso.

00:57:01: dass heißt mehr Geld hilft vielleicht beim nächsten Urlaub, aber wenn andere Menschen deutlich weniger Geld zur Verfügung haben dann kann ich mir vielleicht einen schönen Urlaub leisten.

00:57:13: Aber lebe in einer Gesellschaft bei der ich mich nicht mehr wohlfühle, wenn ich in die öffentlichen Verkehrsmittel steige und insofern ist glaube ich so die zentralste Botschaft zu sagen das wertvollste was wir für unser eigenes Leben im Kleinen auch für ganze Organisation oder Gesellschaft tun können ist zu fragen, wie kommen wir in ein erfüllteres und tieferes Miteinander was uns alle besser durchs Leben trägt.

00:57:40: Toll!

00:57:41: Starke Botschaft am Ende.

00:57:42: vielen lieben Dank.

00:57:44: Judith danke für die Einblicke in die positive Psychologie und für deine Zeit und auch für das Eintauchen in deine Forschung.

00:57:55: ganz großes Dankeschön

00:57:57: sehr gerne.

00:58:05: Ich bin Simona Deckers und das ist der The Paths of Purpose Podcast.

00:58:10: Connecte mit mir auf LinkedIn und Instagram, auch dort findest du das neueste zu Leadership & Power pur!

00:58:18: Buche dir ein Beratungsgespräch mit mir wenn Du mehr über gute Führung und Leadership wissen möchtest.

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